London - Am Freitag kostete es 1,131 Millionen Euro, um fünfjährige Staatsanleihen im Volumen von zehn Millionen Euro zu versichern, wie aus Daten von CMA Datavision hervorgeht. Am Donnerstagabend waren es noch 1,127 Millionen Euro.
Nach Einschätzung von Analysten hängt diese Marktentwicklung zum Teil mit der Rating-Herabstufung der Agentur Moody's zusammen: Viele Fonds müssen sich von ihren Griechenland-Bonds trennen, weil sie nicht mehr über eine ausreichende Bonität verfügen. Nach Einschätzung von Experten spiegelt sich diese Entwicklung gerade in den Kreditausfallversicherungen wider und nicht in den Anleihekursen, weil diese durch das Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank gestützt werden.
Zuletzt hatten jedoch kritische Äußerungen von führenden Währungshütern Zweifel geweckt, dass die EZB ihren angekündigten Kauf von Staatsanleihen von hoch verschuldeten Staaten der Eurozone auch konsequent umsetzt. Daher reagierten auch die Bondkurse.
Im Vormittagshandel stieg die Rendite der richtungsweisenden griechischen Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf 10,436 Prozent. Der Risikoaufschlag (Spread) zu deutschen Papieren mit gleicher Laufzeit legte damit auf etwa 7,8 Prozent zu. Bei den Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit lag die Rendite der Papiere aus Spanien bei 4,489 Prozent und aus Portugal bei 5,706 Prozent.
Derzeit würden viele Investoren der EZB offensichtlich nicht abnehmen, dass sie tatsächlich als Käufer für Staatsanleihen auftritt, hieß es von Experten der HSH Nordbank. Das habe die Renditen von Papieren aus dem hoch verschuldeten Griechenland wieder beflügelt. Anlass für dieses Misstrauen seien kritische Äußerungen vom EZB-Ratsmitglied Axel Weber und von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark. Wenn es mit den Risikoaufschlägen so weiter gehe, werde EZB-Präsident Jean-Claude Trichet möglicherweise ein Machtwort sprechen müssen, um jeden Zweifel an der Kaufbereitschaft der Notenbank zu beseitigen.
ak/reuters/dpa-afx
© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH