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09.06.2010
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Altersvorsorge

Die "neue" Rentenlücke

Von Lutz Reiche

"Rentnerspezifische Inflation": Einige Güter und Dienstleistungen, die vor allem ältere Menschen benötigen, könnten im Preis schneller steigen als der Durchschnitt
DDP

"Rentnerspezifische Inflation": Einige Güter und Dienstleistungen, die vor allem ältere Menschen benötigen, könnten im Preis schneller steigen als der Durchschnitt

2. Teil: "Sparleistung muss sich deutlich erhöhen"

Die Autoren haben in ihrer Studie Preisstrukturen und Konsumgewohnheiten - insbesondere auch der älteren Generation - über Jahrzehnte analysiert und daraus eine ihrer Auffassung nach tragbare Projektion für die Zukunft abgeleitet.

Der Befund lautet: "Weil rentnerspezifische Güter und personalintensive Dienstleistungen in den Bereichen Freizeit, Gesundheit und Pflege schneller steigen als die durchschnittliche Inflationsrate, wird dieser Kaufkraftverlust eine bedeutende neue Einkommenslücke in den Geldbeutel der künftigen Altersrentner reißen", sind die Autoren überzeugt. Dies sollten heute Berufstätige bei ihrer Altersvorsorgeplanung nicht außer Acht lassen und ihren Sparbeitrag erhöhen, wenn sie im Alter keine Einbußen ihres Lebensstandards hinnehmen wollten.

In konkreten Zahlen machen die Autoren folgende Rechnung für den erwähnten typischen Rentnerhaushalt auf. Die "rentnerspezifische Preissteigerung" würde die "klassische" Einkommenslücke von 245 Euro und 329 Euro bei Renteneintritt im Jahr 2030 auf 293 Euro (optimistische Variante) respektive 508 Euro (pessimistische Variante) erhöhen. Mit anderen Worten: Die bislang unterstellte Sparquote von 4,1 Prozent beziehungsweise 5,5 Prozent würde nicht mehr ausreichen. Zur Schließung der kompletten Einkommenslücke müssten künftig vielmehr 4,9 Prozent bis 8,4 Prozent des Bruttoeinkommens zurückgelegt werden, rechnen die Autoren vor.

Nun lassen sich die Biografien privater Haushalte keineswegs über einen Kamm scheren. Das spätere Rentenniveau hängt eben auch vom Geburtsjahrgang ab, die künftige Steuerlast von der persönlichen Einkommenshöhe, die Abgabenlast von der künftigen Sozialpolitik und der Kaufkraftverlust im Ruhestand unter anderem von individuellen Lebensumständen und eben nur zu schätzenden Preisentwicklungen, räumen die Wissenschaftler ein. Je nach Szenario, das betrachtet wird, steige der private Vorsorgebedarf - gemessen als Sparquote aus dem Bruttoeinkommen - im günstigsten Fall um etwa ein Zehntel und im ungünstigsten Fall um mehr als die Hälfte zur bisher angezeigten Sparquote an.

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