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08.06.2010
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Luftfahrtbranche

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm

Von Christoph Rottwilm

Der erste Airbus A380 der Lufthansa, am Sonntag vor dem Abflug mit der deutschen Nationalmannschaft zur Fußball-WM in Südafrika
AFP

Der erste Airbus A380 der Lufthansa, am Sonntag vor dem Abflug mit der deutschen Nationalmannschaft zur Fußball-WM in Südafrika

2. Teil: Nach der Krise warten neue Probleme

Der Blick auf die Charts bestätigt: Die Aktie von Fraport hat seit Ausbruch der Wirtschaftskrise längst nicht so viele Federn lassen müssen, wie etwa die Papiere der Lufthansa, von Air France-KLM oder British Airways.

Umgekehrt führt das wiederum zu größeren Chancen auf Kurssteigerungen bei den Fluggesellschaften. Analysten erfreuen sich vor allem am Papier der Deutschen Lufthansa. "Das Unternehmen ist gut positioniert und verfügt über eine solide Bilanz", sag Heberger. "Die Lufthansa hält beispielsweise die weitaus meisten Maschinen im eigenen Besitz. Nimmt sie Flieger aus dem Betrieb, so hat das den Vorteil, dass keine weiteren Leasingraten zu zahlen sind."

Analyst Hein vom Bankhaus Lampe überzeugt vor allem die breite Aufstellung der Lufthansa, deren Geschäft mit Fracht- und Passagierfliegerei, Technik und Catering auf verschiedenen Beinen stehe. "Gegenüber Discount-Airlines wie Ryanair ist das im Zweifel ein Vorteil", so Hein.

Luftverkehrsabgabe schockiert die Branche

Mit ihrem komfortablen Finanzpolster, ihrem stabilen Geschäftsmodell und ihrem krisenfesten Management hält Hein die Lufthansa für eine Gewinnerin der Krise - und empfiehlt das Papier mit einem Kursziel von 14 Euro zum Kauf (aktueller Kurs: knapp elf Euro).

Doch selbst wenn die europäische Luftfahrt ihren Weg aus der Krise finden sollte - wolkenfrei ist der Himmel auch in Zukunft nicht. Geschockt reagierte die Branche zum Beispiel auf die Pläne der Bundesregierung, im Rahmen der Haushaltssanierung eine "ökologische Luftverkehrsabgabe" einzuführen. Damit will Berlin von 2011 bis 2014 jährlich eine Milliarde Euro einnehmen. Vertreter der Branche sprachen daraufhin von einem "schwarzen Tag für den Luftfahrtstandort Deutschland".

Damit aber nicht genug. Bereits beschlossen ist der Emissionshandel, der 2012 europaweit eingeführt wird. Ab dann dürfen die Airlines anteilig nur bestimmte Emissionsmengen kostenlos ausstoßen. Wer darüber hinausgeht, muss für das Recht darauf Geld bezahlen.

Von Indien in die USA - über London, oder über Dubai?

Analyst Hein hält den Emissionshandel für vorteilhaft, weil er die Effizienz der Branche steigern und die Nachhaltigkeit der Flugzeugindustrie verbessern werde.

Allerdings kann das im Einzelfallfall ziemlich teuer werden. Nach Angaben eines Sprechers der Lufthansa zum Beispiel rechnet das Unternehmen derzeit damit, für rund 40 Prozent der Emissionen Zertifikate zukaufen zu müssen. Jährliche Kosten von 100 bis 300 Millionen Euro seien damit ab 2012 verbunden.

Ein Problem für die Airlines ist es dabei, dass sie die Kosten für den Erwerb der Emissionszertifikate nicht immer an ihre Passagiere weitergeben können. Schwierig kann dies nach Angaben des Lufthansa-Sprechers zum Beispiel bei Passagieren werden, die von Indien über Paris, London oder Frankfurt am Main in die USA reisen. Verlange man von diesen Kunden einen Emissionszuschlag, so könnten sie einfach auf die Route über Dubai ausweichen, wo diese Zusatzkosten nicht anfielen.

"Wir begrüßen grundsätzlich die Idee des Emissionshandels", sagt daher der Sprecher zu manager magazin. "Die Luftfahrt ist ein globales Geschäft. Die isolierte europäische Lösung sehen wir daher kritisch, weil sie zu massiven Wettbewerbsverzerrungen führen wird."

Klar sei derzeit nur eins, so der Sprecher: Das Fliegen wird teurer. Die Frage ist nur, für wen. Für die Passagiere? Für die Fluggesellschaften? Oder am Ende vielleicht auch für die Aktionäre?

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