Dabei wurden sie allerdings nicht durch dicke Finger behindert, sondern durch Optionsgeschäfte gezwungen, mit denen sie auf einen Rückgang des VW-Kurses gewettet hatten - der dann nicht eintrat.
Was also, wenn tatsächlich eine Order die Börse in Frankfurt erreicht, auf der per Tippfehler Millionen zu Milliarden gemacht wurden?
"Das wichtigste Sicherungssystem ist die so genannte Volatilitätsunterbrechung", erläutert ein Sprecher der Deutschen Börse. "Kommt es bei einer Aktie zu allzu starken Preisschwankungen, so unterbricht der Computer automatisch für 30 Sekunden den Handel." Lassen sich die Kurskapriolen auch dadurch nicht bändigen, so greift im zweiten Schritt die Marktsteuerung ein, die den Handel erneut stoppt und sich persönlich mit den wichtigsten Marktteilnehmern kurzschließt, um die Gründe und Hintergründe zu erörtern. Erst wenn geklärt ist, dass alles mit rechten Dingen zugeht, wird die Aktie weitergehandelt.
Nach Angaben des Börsen-Sprechers handelt es sich dabei um ein alltägliches Prozedere, das mal mehr, mal weniger zum Einsatz kommt. Im Herbst 2008 etwa, als die VW-Aktie auf 1000 Euro hochschoss, wurde der Handel auf diese Weise innerhalb eines Tages beinahe 50 Mal unterbrochen.
Der Clou: Sollte eine einzige Order fehlerhaft aufs Parkett gelangen, so würde sie wohl auch ausgeführt. Denn die erste 30-Sekunden-Unterbrechung durch den Computer würde kaum ausreichen, um dies zu verhindern. Der Computer alleine kann schließlich nicht erkennen, wie sinnvoll die Order ist.
Wer also eine Milliarde Aktien anböte, anstelle von einer Million, könnte den Kurs dadurch durchaus in den Keller jagen. Ein solcher Handel würde allerdings hinterher wohl wieder rückgängig gemacht - genau, wie das jetzt in New York für die Transaktionen angekündigt wurde, die am Donnerstag zwischen 14.40 Uhr und 15 Uhr zu den größten Verlusten führten.
mit Material von Nachrichtenagenturen
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