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07.05.2010
 

Rätselhafter Kurssturz

Die Börse und die dicken Finger

Von Christoph Rottwilm

Eine Mischung aus Schuldenkrisen-Nervosität, technischem Versagen und schlichtem Zufall dürfte es gewesen sein, die dem Dow Jones am Donnerstag zwischenzeitlich den größten Tagesverlust seiner Geschichte bescherte. Experten sagen nun, sowas sei in Frankfurt ausgeschlossen. Das stimmt aber nur zum Teil.

Hamburg - War es panischer Verkaufsdruck? War es ein Computerfehler? Oder war es schlicht ein großer Irrtum? Der größte Verlust, den der US-Standardindex Dow Jones Chart zeigen bislang an einem Tag verzeichnen musste, basiert vermutlich auf einem Mix aus all diesem. Der Index stand ohnehin schon unter Druck, als er am Donnerstag um 14.42 Uhr New Yorker Zeit vollends den Boden verlor. Er fiel von 10.879 auf 9869, also um mehr als 1000 Zähler. Binnen Minuten erholte sich der Index jedoch wieder und schloss 3,3 Prozent schwächer bei rund 10.510 Punkten.

Lag es an den Fingern? Über die Gründe für den Kursturz in New York wird noch gerätselt
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REUTERS

Lag es an den Fingern? Über die Gründe für den Kursturz in New York wird noch gerätselt

Jetzt rätselt die Welt darüber, wie es zu den Kurskapriolen kommen konnte. Unter den großen Werten traf es am heftigsten die Aktien von Procter & Gamble Chart zeigen, die bis zu 35 Prozent nachgaben, den Verlust aber sogleich wieder aufholten. Betroffen waren zudem die Titel von Boston Beer Chart zeigen mit einem Minus von zeitweilig 100 Prozent - von 47,98 Dollar auf 0,00 Dollar - sowie Exelon Chart zeigen mit 99 Prozent.

Vor allem letzteres lässt die einfache Erklärung mit einer Nervosität der Anleger angesichts der Entwicklung in Griechenland ins Leere laufen. Tatsächlich belastete das Thema Schuldenkrise zwar die Börse. Und ausgerechnet in dem Moment, als sich der rätselhafte Kurssturz ereignete, liefen im US-Fernsehen Bilder wütender Proteste aus Athen. Auch an der Wall Street hatten viele Börsianer ihre Apparate eingeschaltet.

Dennoch kann das allein das Auf und Ab kaum verursacht haben. Denn dass bloße Verkaufspanik eine einzelne Aktie innerhalb von Minuten gänzlich wertlos macht, ist schwer vorstellbar. Vermutet werden angesichts des vorübergehenden Totalverlusts einzelner Papiere daher auch technische Gründe.

Ein Sprecher der New Yorker Börse schloss zwar einen Computerfehler als Grund für den Vorfall aus. Es habe weder eine Panne noch technische Probleme gegeben, sagte er.

Ohnehin wird aber der zunehmende Einsatz von Computern an den Finanzmärkten, im Fonds- und Vermögensmanagement also sowie im Aktienhandel, von vielen kritisch gesehen. Zwei Drittel des gesamten Handelsvolumens an den US-Börsen gehen nach Angaben des "Wall Street Journal" bereits auf Handelsfirmen zurück, die Computerprogramme für ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen einsetzen. An der Börse in Frankfurt sind es nach deren Angaben 40 Prozent.

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