Die Staatsverschuldung in den USA etwa stimmt laut Schrüfer auch nicht gerade optimistisch. "Die Defizitquote lag, gemessen an der Wirtschaftsleistung, im vergangenen Jahr bei 11 Prozent", sagt er. "Im laufenden Jahr dürfte sie allenfalls leicht zurückgehen." Gleichzeitig übertreffe die Schuldenquote der USA, als Anteil am Bruttoinlandsprodukt, mit über 85 Prozent das Niveau in der Euro-Zone von 79 Prozent Ende 2009. Schrüfer rät daher allenfalls zu einem teilweisen Engagement in US-Dollar.
Aufwertungspotenzial sieht er dagegen für die schwedische Krone. "Die Konjunktur dort dürfte sich stärker erholen als in der Euro-Zone", so der Ökonom. "Zudem wird die schwedische Reichsbank die Leitzinsen voraussichtlich bereits im Juli 2010 anheben und damit früher als die EZB, die mit einem solchen Schritt mindestens bis Frühjahr 2011 warten dürfte."
Auch Hannes Peterreins hält es für sinnvoll, stets einen Prozentsatz seines Vermögens in fremden Währungen anzulegen. 16 Prozent Amerika, 12 Prozent Japan, 9 Prozent Schwellenländer - so stellt sich der Vermögensverwalter aus München eine vernünftige Allokation vor.
Angesichts der aktuellen Entwicklung von einer bereits festgelegten Verteilung abzuweichen, ist für ihn allerdings eine "schlechte Idee". "Das wäre eine prozyklische Anlageentscheidung, die Anleger erfahrungsgemäß viel Geld kostet", sagt Peterreins. "Für einen Anleger, der im Euro-Raum lebt, ist der Devisenkurs zunächst ohnehin relativ egal."
Der Investmentprofi erinnert daran, wie unvorhersehbar die Entwicklung der Märkte sein kann: "Man denke einmal neun Monate zurück", sagt er. "Damals hatte der US-Dollar einen Schwächeanfall und sehr viele Leute waren der Meinung, dass er noch weiter an Wert verlieren würde. Heute sieht man, wie schnell alles anders kommen kann."
Peterreins' Fazit daher: Wer einen langfristigen Anlagehorizont und genug Nerven hat, der sollte genau jetzt in europäische Aktien investieren. "Das jedenfalls ist antizyklich gedacht", sagt er. "Es ist aber psychologisch sehr schwierig."
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