Frankfurt am Main - Mehrheitlich positive Zahlen, eine überraschend deutlich aufgehellte Stimmung in der Wirtschaft und die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed vom Vortag haben die europäischen Börsen am Donnerstag zurück in die Gewinnzone geführt.
Zudem war der Business Climate Indicator (BCI) zum 13. Mal in Folge gestiegen. Händlern zufolge hätten sich auch die Sorgen um Griechenland etwas gelegt. Es deute sich an, dass ein Hilfspaket auf den Weg gebracht werde. Es bleibe jedoch die Gefahr, dass aus Portugal neue Negativschlagenzeilen kommen könnten, sagte ein Börsianer.
Der Dax
stieg am Ende um 1 Prozent auf 6144,91 Punkte und beendete damit vorerst seine zweitägige Talfahrt. Der MDax
gewann 2,46 Prozent auf 8420,53 Punkte und der TecDax
lag 0,74 Prozent höher bei 805,75 Punkten.
"Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Rettungspaket für Griechenland in der nächsten Woche verabschiedet wird", sagte Marktanalyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse. Nun könne der Dax wieder Anlauf auf sein Jahreshoch nehmen.
Seit Montag hatte der deutsche Leitindex auf Grund der Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa rund 4 Prozent an Wert verloren. Der Finanzbedarf von Griechenland könnte bis 2012 auf 135 Milliarden Euro steigen, hieß es gestern aus dem Wirtschaftsministerium.
An den Märkten herrscht die Sorge, dass die Gläubiger Griechenlands auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssten: Eine solche Umschuldung käme jedoch an den Anleihemärkten einer Staatspleite gleich und würde Hellas auf längere Sicht den Zugang zu den Kapitalmärkten verwehren.
Im Mittelpunkt stand eine Flut von Quartalsberichten. Die Siemens-Aktien
führten lange Zeit den Dax an und notierten zum Handelsschluss mit 1,29 Prozent im Plus bei 72,91 Euro, nachdem der Mischkonzern seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte und mit den Zahlen über den Erwartungen lag.
Bei MAN
setzte sich erst im Tagesverlauf die Auffassung durch, dass starke Auftragseingänge die Schwachstellen überlagerten. Die Papiere des Lkw-Bauers gewannen 5,16 Prozent auf 70,25 Euro.
Die Titel von BASF
und Bayer
konnten dagegen nicht von guten Quartalsberichten profitieren. Mit einem Aufschlag von 5,55 Prozent jedoch waren die Vorzüge von Volkswagen
besonders erfolgreich. Der Autobauer hatte sich mit Vorlage endgültiger Zahlen positiv zu den Sparten geäußert. Auch die Deutschen Börse
und Lufthansa
legen kräftig zu.
manager magazin mit Material von Nachrichtenagenturen
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