Hamburg - "Die Wahrscheinlichkeit, mit Kunst Geld zu verlieren ist am höchsten, wenn Sie mit Kunst primär Geld verdienen wollen." Das sagte einmal Roland Berger im Gespräch mit dem manager magazin. Berger ist nicht nur einer der bekanntesten Unternehmensberater in Deutschland sowie ein begnadeter Networker. Er ist auch - was viele nicht wissen - leidenschaftlicher Kunstsammler.
Und trotz dieser skeptischen Einschätzung: Selbst der Kenner meint, Kunst könne durchaus als Anlageklasse betrachtet werden, die in jedes Portfolio gehört. Aber eben nur unter bestimmten Bedingungen.
Drei Voraussetzungen nämlich muss ein Werk erfüllen, damit es auch kommerziell ein Erfolg wird, sagt Berger: Es muss "innovativ und originär kreativ sein, ohne nachahmende Elemente". Es muss handwerklich eine Meisterleistung sein. Und: "Es muss einen ästhetischen Wert besitzen - oder einen speziell unästhetischen, auch das kann attraktiv sein", so Berger.
Klar, dass der durchschnittliche Geldanleger, der sonst kaum mit Kunst in Berührung kommt, diese Kriterien nicht beurteilen kann. Es bedarf vielmehr einer intimen Kenntnis des aktuellen Kunstgeschehens sowie der Kunsthistorie. Oder, um es mit Bergers Worten zu sagen: Der Investor muss etwas von Kunst verstehen. Er braucht "ein Gefühl für Ästhetik, Originalität und Inhalte und für das, was ein Kunstwerk vermitteln kann".
Das sieht auch Christina Schroeter-Herrel so. Nur wer gut informiert ist, sollte Kunst kaufen, sagt die Kunstexpertin im Deutsche Bank Private Wealth Management. "Bei Kunst ist es nicht so, wie vielleicht bei anderen Kapitalanlagen. Man entschließt sich nicht zu investieren und geht dann sofort zum Beispiel ein Bild kaufen", so Schroeter-Herrel.
Interessenten sollten vielmehr zunächst Experten zurate ziehen, mit Galeristen zum Beispiel oder Fachleuten in Museen sprechen. "Nur wer sich das erforderliche Wissen über Kunst und den Kunstmarkt angeeignet hat, kann ein Werk auswählen, das auch kommerziell Erfolg versprechend ist", so Schroeter-Herrel.
Als Faustregel gilt dabei: Bei zeitgenössischer Kunst ist die künftige Wertentwicklung schwieriger einzuschätzen. Die Künstler sind nicht unbedingt schon etabliert, wer sich durchsetzen kann, ist nicht immer auf Anhieb zu erkennen. Kurzum: Einem höheren Risiko steht dort eine größere Chance auf Wertsteigerungen gegenüber.
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