Von Kai Lange
Müssen bald auch Portugal, Irland und Spanien gestützt werden?
An den EU-Hilfen für Griechenland sind auch die anderen hoch verschuldeten "Krisenstaaten" der Euro-Zone beteiligt. An dem bereits zugesagten Kreditpaket der Euro-Länder in Höhe von 30 Milliarden Euro trägt Spanien 3,7 Milliarden Euro, Portugal 0,8 Milliarden Euro und Irland 0,5 Milliarden Euro. Die Beträge dürften mit den erwarteten Kreditzusagen für 2011 und 2012 noch steigen. Am Markt herrscht die Befürchtung, dass die zusätzlichen finanziellen Belastungen die Probleme in diesen Staaten verschärfen könnte.
Dennoch sei Griechenland nicht mit Spanien, Portugal und Irland zu vergleichen, betonen die Analysten der Deutschen Bank. Die öffentliche Verschuldung Griechenlands lag 2009 bei knapp 120 Prozent der Wirtschaftsleistung - während sie Irland 78 Prozent, in Portugal 65 Prozent und in Spanien "nur" 55 Prozent des BIP betrug. Alle drei Staaten hätten im Vergleich zu Griechenland daher wesentlich bessere Voraussetzungen, ihre Schuldenlast zu stemmen.
Spanien, Portugal und Irland genießen derzeit ein höheres Vertrauen am Finanzmarkt und konnten sich auf Grund ihrer besseren Bonität bislang wesentlich leichter am Kapitalmarkt refinanzieren. In Irland reiche die Liquidität bereits aus, um den Bruttofinanzbedarf in diesem Jahr zu decken. "Wir sehen Griechenland innerhalb der Währungsunion als Einzelfall", meint Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank.
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