Von Kai Lange
Hamburg - Das Pokerspiel ist zu Ende. Monatelang hat sich Griechenland darum bemüht, seine Schulden am Kapitalmarkt zu refinanzieren - während das Vertrauen der Investoren schwand und die Risikoprämien für griechische Staatsanleihen immer weiter in die Höhe schossen. "Der Markt wollte schlichtweg das Blatt sehen", meint Stefan Schilbe, Chefvolkswirt von HSBC Trinkaus.
Bei Renditen von zeitweise 8,7 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen sieht das Land keine Chance mehr, sich frisches Geld am Markt zu besorgen. Es muss Kredite der Euro-Länder und des IWF in Anspruch nehmen, um einen Staatsbankrott zu verhindern.
Die Euro-Länder und der IWF werden Griechenland deutlich günstigere Kredite bereitstellen, als sie der Markt derzeit bietet. Der Umfang des Kreditpaketes dürfte bei rund 45 Milliarden Euro liegen. Dieses Geld verschafft dem hoch verschuldeten Land Zeit, um seine Finanzen in Ordnung zu bringen.
Nach Einschätzung der Deutschen Bank steht Griechenland vor einer "Herkulesaufgabe". Hellas will seine Neuverschuldung von derzeit 13,5 Prozent des BIP binnen vier Jahren auf 2 Prozent des BIP drücken. Der strikte Sparkurs dürfte die Wirtschaftsleistung bis 2012 um knapp 10 Prozent einbrechen lassen. Wachstum ist aber Voraussetzung für eine Entschuldung - die Konjunktur darf nicht vollends abgewürgt werden.
Von einer Rettung Griechenlands kann also noch keine Rede sein. Bis zu einer Bewältigung der Schuldenkrise sind weitere Hürden zu überwinden - zunächst einmal für den Weltwährungsfonds, der das Sanierungskonzept für Griechenland organisieren muss.
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