manager-loungemanager magazin RSS  - manager-lounge


18.04.2010
Twitter GooglePlus Facebook

Philosophie des Geldes

Wir haben die Vernunft verloren

Von Gerhard Hofweber

2. Teil: Legitimation durch Sachzwang

Was wir heute erleben, die Welt, in der wir uns bewegen, ist eine Zuspitzung des aristotelischen Szenarios. Denn wir haben die Idee der Maximierung auf alle Lebensbereiche übertragen. Sie erstreckt sich auf den Hype des extremen Erlebnisses, das zum Beispiel im Extremsport erlebt werden kann. Die Idee der Maximierung bestimmt unser Arbeitsverhalten, unser ständiges Abwägen der Mittel im Verhältnis zum Vertrag, unsere Sexualität und alles andere.

Nachdenklich: Hofweber arbeitet als akademischer Rat für Philosophie am Lehrstuhl für Philosophie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Universität Augsburg. Zudem ist er Gründer des Dr.-Hofweber-Instituts. Er studierte Philosophie, Germanistik, Logik und Wissenschaftstheorie.
Zur Großansicht

Nachdenklich: Hofweber arbeitet als akademischer Rat für Philosophie am Lehrstuhl für Philosophie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Universität Augsburg. Zudem ist er Gründer des Dr.-Hofweber-Instituts. Er studierte Philosophie, Germanistik, Logik und Wissenschaftstheorie.

Legitimiert wird die Maximierung durch eine gewisse Sachzwangargumentation: Der Wettbewerb wird globaler und somit härter. Wer also nicht zu den Verlierern von morgen gehören möchte, muss sich dem fügen. Und wir fügen uns.

Aber dabei können wir eine erstaunliche Beobachtung machen. Trotz alles Bemühens, trotz des sich Beugens unter das Diktum des Sachzwangs und obwohl wir uns alle Mühe geben, die Erwartungen zu erfüllen, werden wir nicht glücklich. Wir verlangen uns alles ab und sind auch bereit, alles zu geben, aber wir werden dabei nicht glücklich. Wir glauben, dass wir erst die maximalen Ansprüche erfüllen müssen, um uns das Recht auf Glück und das Recht, uns selbst zu bejahen zu verdienen. Aber diese Rechnung geht nicht auf und sie ist auch falsch.

Wahr ist, dass wir unter der Perspektive der Maximierung, des Verrechnens von allen auf seinen Nutzen nicht glücklich werden können. Wahr ist, dass wir unsere Selbstbejahung nicht durch Leistung erwerben müssen. Wahr ist, dass das Glück und das gute Leben immer unser oberstes Ziel bleiben wird. Wahr ist, dass mein eigenes Glück von dem meiner Nächsten nicht zu trennen ist.

Breite Teile der Gesellschaft beginnen dies zu ahnen. Es gibt Vorboten eines Wandels im Denken und Empfinden. Die Nachdenklichkeit nimmt zu. Fragen werden lauter: Wohin soll das Ganze noch führen? Wie weit können wir die Schraube noch drehen? Wollen wir dies überhaupt? Wo finde ich mein Glück?

Exklusives Business-Netzwerk


Die manager-lounge bietet Führungskräften die Möglichkeit, sich aktiv und unkompliziert zu vernetzen, direkt miteinander zu kommunizieren und so neue Geschäftschancen auszuloten.

Jetzt informieren.
Diese Fragen deuten auf eine Renaissance des Denkens und eine Rückkehr zu Vernunft hin. Wir wollen wieder wissen, welchen Sinn unser Tun in dieser Welt hat und es wird enorm wichtig werden, eine Sinndimension für unser Handeln zu finden, die über unser Arbeiten hinaus geht. Es kommt darauf an, das Leben als ein Geschenk zu verstehen. Wir dürfen unser Leben selbstbestimmt leben. Wir dürfen uns für das verschwenden, was uns Sinn und halt gibt.

Geld befreit uns von äußerlichen Zwängen und das ist angenehm und wichtig. Aber die Freiheit von etwas reicht nicht aus. Wir müssen uns auch eine Antwort auf die Frage geben können, wofür wir frei sind. Für sich selbst frei zu werden und sich damit selbst zu bejahen führt uns zum Glück. Wir haben begonnen, uns wieder daran zu erinnern. Wir haben begonnen, die Vernunft wieder zu finden.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Diamanten
Depot oder Dekolleté
"Wille schlägt Talent"
Unternehmen
Morddrohungen für Querdenker
4 Minuten mit ...
Andreas Kremer

© manager magazin online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken