Provopoulos ist zugleich grundsätzlich offen für die Idee einen Europäischen Währungsfonds, der hoch verschuldeten Euro-Staaten in der Zukunft beispringen könnte. "Lassen Sie uns aber erst einmal sehen, welche Details sich herauskristallisieren, dann können wir darüber diskutieren", sagte Provopoulos zu dem Vorschlag, der unter anderem von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorgebracht worden war.
Ähnlich wie Provopoulos hatte sich bereits zuvor EZB-Chef Jean-Claude Trichet geäußert. Harsche Kritik kam hingegen von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, der die Idee eines EWF verworfen hatte.
Griechenland derweil bleibt das konjunkturelle Schlusslicht im Euro-Raum. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal mit 0,8 Prozent so stark wie in keinem anderen Euro-Land. Das war bereits der fünfte Rückgang in Folge, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Verantwortlich dafür waren Einbrüche bei Exporten und Investitionen. Auch der private Konsum schrumpfte.
Experten erwarten, dass Griechenland auch in diesem Jahr in der Rezession verharrt. Provopoulos rechnet mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2 Prozent.
Wegen der drastischen Staatsverschuldung hat die Regierung drakonische Sparmaßnahmen angekündigt. Die Gehälter der Staatsbediensteten werden eingefroren, Steuern erhöht und Sozialausgaben gekürzt. Das belastet den privaten Konsum, zumal auch die Arbeitslosenquote mit 10,2 Prozent über dem Schnitt in der Währungsunion von 9,9 Prozent liegt.
manager magazin mit Material von reuters
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