Auch Gregor Claussen, Autospezialist der Commerzbank
, glaubt nicht an eine Gefahr wegen Überhitzung oder einer möglicherweise bald platzenden Immobilienblase. "So etwas würde selbstverständlich die Wohlstandssituation der Chinesen beeinträchtigen und damit auch den Konsum", sagt er. "Erfahrungsgemäß wirken solche externen Effekte aber nur kurzfristig auf den Automarkt." Gut möglich also, dass Volkswagen mit seiner Wachstumsprognose recht behält, derzufolge der Markt in China bis 2018 um 52 Prozent zulegen soll - mögliche Überhitzung und Immobilienblase hin oder her.
Beispiel zwei: BASF. Der Chemiekonzern machte 2009 etwa 22 Prozent seines Umsatzes in der Region Asien/Pazifik. Allein 10 Prozentpunkte entfielen dabei auf China. Und wegen der besonderen Dynamik in dem Schwellenland stützt sich auch ein Großteil der Wachstumserwartung von BASF auf das dortige Geschäft.
Analyst Heiko Feber vom Bankhaus Lampe ist daher zurückhaltend. "Eine akute Gefahr sehe ich nicht. Anleger sollten sich über die Risiken in der chinesischen Wirtschaft aber Gedanken machen", sagt er. "Auf das Geschäft von BASF würden sicher größere Auswirkungen aus einer eventuellen Korrektur dort drohen, wenn das Unternehmen auch im Endkundengeschäft aktiv wäre."
Alles halb so schlimm also? Die Gefahr aus China keine wirkliche? "China ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft", bringt Klaus Schrüfer, Chefvolkswirt der SEB Bank, die Situation auf den Punkt. "Wenn es dort zu einem Rückschlag käme, würde das auch die deutsche Wirtschaft merken."
Entscheidend aber: Dass es tatsächlich so weit kommt, hält auch Schrüfer für unwahrscheinlich. "Die verantwortlichen Stellen in China haben zum Beispiel in der Geldpolitik in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Bremse getreten", sagt er. "Offiziell strebt China zudem ein Wachstum von lediglich 8 Prozent an, was unter den internationalen Erwartungen liegt."
Fazit: Wenn die Beobachter recht behalten, ist China doch kein echter Grund nervös zu werden.
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