Von Karsten Stumm
Paulson: Ja, solche Auktionen gibt es. Aber da werden Fan-Artikel versteigert. Und für die überbieten sich Liebhaber gerne einmal. Allerdings ist das kein ernst gemeintes Investment in einem Markt für rare Weine, der weltweit auf ein Volumen von etwa drei Milliarden Dollar kommt.
mm: Haben Sie denn einen heißen Investmenttipp?
Paulson: Versuchen Sie es einmal mit einem Château Lafite, Jahrgang 1990. Für eine Flasche davon müssen Sie etwa 450 bis 500 Euro auf den Tisch legen. Das ist in etwa auch das, was Sie eine Flasche des neuesten und deshalb völlig überteuerten Jahrgangs 2009 kosten würde. Obendrein wissen Sie beim Kauf des 90ers, dass die folgenden Jahrgänge nicht so gute Weine hervorgebracht haben. Das stützt die Preisentwicklung Ihres Jahrgangs zusätzlich.
mm: In den Château Lafite haben Sie sich aber schon ein bisschen verschossen, oder?
Paulson: Der Bordeaux-Wein ist eben eine Marke mit Weltruf. Und dessen Anbaufläche ist weder vermehr-, noch kopierbar. Auch nicht in Australien oder Kalifornien. Darauf müssen Sie achten, wenn Sie erfolgreich in Wein investieren wollen.
mm: Und worauf noch?
Paulson: Auf ein perfektes Etikett auf Ihrer Flasche. Schließlich wird der Markt von Chinesen dominiert. Und die wollen den Wein, den sie kaufen, eben oftmals verschenken. Deshalb darf kein Kratzer daran sein. Sonst können Sie den Preis für eine Ihrer Flaschen Château Lafite, Jahrgang 1982, gleich mal um 1000 Euro zusammenstreichen.
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