Lissabon - Portugal ist mit einer neuen Anleihe auf große Nachfrage bei Investoren gestoßen und hat trotz seiner wachsenden Schuldenlast mehr Geld am Kapitalmarkt aufgenommen als zunächst geplant. Insgesamt liege das Emissionsvolumen bei dem Papier mit einer Laufzeit bis 2021 bei 990 Millionen Euro und damit 240 Millionen Euro höher als erwartet, wie die zuständige Schuldenagentur am Mittwoch mitteilte.
Die Rendite liege bei 4,171 Prozent und damit niedriger als bei einer vergleichbaren Emission Ende Januar. Experten sehen dies als gutes Zeichen: "Das gibt Zuversicht bei Portugals Verschuldung", sagte ING-Experte Wilson Chin.
"Es ging sehr gut", sagte der Leiter der Behörde, Alberto Soares. Die Regierung in Lissabon will ihr Staatsdefizit mit einem Sparkurs in den Griff bekommen. 2009 lag der Fehlbetrag bei 9,3 Prozent. Die Regierung hatte am Montag ein neues Sparpaket angekündigt, um eine Ausweitung der Schuldenkrise wie in Griechenland zu vermeiden.
Die Mitte-links-Regierung in Lissabon will durch Privatisierung von Staatseigentum sechs Milliarden Euro Schulden abbauen. Außerdem sollen Sozialausgaben gekürzt, Steuererleichterungen für bestimmte Gruppen abgeschafft und die jährlichen Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst unter der Inflationsrate gehalten werden. Beide Schritte sind über einen Zeitraum von vier Jahren geplant.
Ratingagenturen hatten sich skeptisch geäußert. Fitch-Experten erklärten am Dienstag, sie behielten ihren negativen Ausblick für die Bewertung Portugals bei und beobachteten die Sparbemühungen genau. In der Euro-Zone gibt es Befürchtungen, dass Portugal ähnlich wie Griechenland in Bedrängnis kommen könnte.
manager magazin mit Material von reuters und ap
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