Von Arne Gottschalck
mm: Herr van der Biest, wie wichtig sind technische Neuerungen, zum Beispiel auf der Cebit, für Ihre Arbeit. Kann ein neues Telefon die Attraktivität einer Aktie steigern?
Van der Biest: Soweit es die Produkte für den Endverbraucher betrifft, könnte es helfen, sie tatsächlich zu sehen, sie auszuprobieren, um eine eventuelle Erfolgsstory zu verstehen. Zusätzliche Informationen kann man immer noch über Blog-Websites oder Umsatzzahlen - sofern vorhanden - erfahren. Das wird aber natürlich nur ein kleines Element in unserem Entscheidungsfindungsprozess sein. Es ist aber tatsächlich hilfreich, Vista, Zune, Iphone, Blackberry oder Wii einmal benutzt zu haben. Der ausschlaggebende Aspekt wird es aber nie sein, um in Microsoft
mm: Viele IT-Unternehmen sitzen im Dollar-Raum. Und der Dollar wird im Vergleich zum Euro immer stärker. Wie stark lockt ist der schwache Euro, in Unternehmen in der Eurozone zu investieren?
Van der Biest: Es ist sehr schwierig, in der Eurozone in ein IT-Unternehmen allein wegen der schwachen Währung zu investieren. Immerhin ist der Euro so stark oder schwach wie vor einem oder fünf Jahren; nur um das Konzept eines schwachen Euro in Perspektive zu rücken. Die aktuellen Euro-Preise sind daher noch kein Argument, in Euro-Land zu investieren. Da sind andere Elemente viel wichtiger.
mm: Sehen Sie eine Chance, dass die Vorherrschaft der Googles und Microsofts an den IT-Börsen der Welt eines Tages gebrochen werden kann?
Van der Biest: Es ist derzeit schwer vorstellbar, dass die Blue-Chips eines Tages ihren Status als Kernanlage verlieren werden. Ihre Technologie ist so dominant, ihre Marktkapitalisierung so riesig, ihre Ausgaben- und Einkaufsmacht so groß, dass es keine Möglichkeit gibt, sie auf kurze Sicht hinweggefegt zu sehen. Allerdings werden die meisten dieser Blue-Chip-Unternehmen, allein durch das Gesetz der großen Zahlen, nach und nach ihre Charakteristik als "Wachstums-Aktie" verlieren. Da den IT-Investoren das Umsatzwachstum sehr wichtig ist, werden sie etwas an Attraktivität einbüßen. Microsoft oder IBM
waren einmal Unternehmen, deren Umsatzwachstum deutlich über 20 Prozent lag. Inzwischen kämpfen sie darum, auch nur ein einstelliges Wachstum aufrecht zu erhalten.
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