Donnerstag, 9. Februar 2012, 12:04 Uhr

manager magazin



24.02.2010
 

US-Baufinanzierer

Freddie Mac verliert 25 Milliarden Dollar

Der zweitgrößte US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac hat allein im vierten Quartal einen Verlust von 7,8 Milliarden Dollar verbucht. Das verstaatlichte Institut wird immer mehr zum Verlustbringer für die Steuerzahler - hält dafür aber den privaten Banken den Rücken frei.

New York - Den Quartalsverlust teilte Freddie Mac Chart zeigen am Mittwoch mit. Wegen Kreditausfällen lagen die Rückstellungen für Darlehen mit 7,1 Milliarden Dollar weiter auf hohem Niveau. Zudem belasteten Abschreibungen von 3,4 Milliarden Dollar das Ergebnis. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass Freddie mehr Geld vom Finanzministerium benötige, warnte das Unternehmen in einem Pflichtdokument.

Freddie Mac: Zahlt das verstaatlichte Institut anderen Banken zu viel für deren Verlustpapiere?
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DPA

Freddie Mac: Zahlt das verstaatlichte Institut anderen Banken zu viel für deren Verlustpapiere?

Die hohe Arbeitslosigkeit und Zwangsvollstreckungen stellten nach wie vor ein großes Risiko für den kriselnden Immobilienmarkt dar, sagte Freddie-Mac-Chef Charles Haldeman. Dennoch sehe er ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Haldeman rechnet damit, dass der Rückgang bei den Häuserpreisen und Verkäufen im Laufe diesen Jahres abnimmt.

Bislang hat der Staat 51 Milliarden Dollar in das Institut gezahlt und 4,1 Milliarden Dollar an Dividende erhalten. Die Regierung, die knapp 80 Prozent der Aktien hält, hat zudem kurz vor Weihnachten eine unbegrenzte Deckung der Verluste bis 2012 zugesagt. Bis dato hatte ein Limit von jeweils 200 Milliarden Dollar gegolten. Zusammen mit dem Schwesterinstitut Fannie Mae Chart zeigen, das seine Zahlen am Donnerstag vorstellen will, werden laut Regierungsprognose bis Herbst nächsten Jahres 188 Milliarden Dollar fällig, bislang sind es 111 Milliarden.

Finanzminister Tim Geithner kündigte am Mittwoch an, sein Haus werde im Lauf des Jahres neue Grundsätze für die Wohnbaufinanzierer vorlegen. Die Institute voll zu verstaatlichen und ihre Schulden offiziell als Teil der Bundesschuld zu verbuchen, sei aber unnötig. Dennoch sei wichtig, dass die Investoren wüssten, dass die Regierung für Fannie und Freddie einsteht.

Freddie Mac und Rivale Fannie Mae waren im September 2008 unter staatliche Kontrolle gestellt worden und sind seitdem mit umfangreichen Geldspritzen am Leben gehalten worden. Die US-Regierung will so den ins Rutschen geratenen Immobilienmarkt stützen und neue Turbulenzen an den Finanzmärkten verhindern. Die beiden Institute besitzen oder garantieren knapp 31 Millionen Hypotheken mit einem Wert von 5,5 Billionen Dollar, etwa die Hälfte aller Wohnbaukredite.

Die Zentralbank Federal Reserve will Fannie und Freddie bis Ende März Hypotheken im Wert von 1,25 Billionen Dollar sowie Schulden im Wert von 175 Milliarden Dollar abkaufen. Nach Auskunft der Fed liegt das Programm im Plan.

Der Washingtoner Ökonom Dean Baker vermutet, dass Fannie und Freddie zu einer heimlichen und bedingungslosen Stützung der privaten Banken benutzt werden. Sie hätten zu hohe Preise für den Aufkauf von Hypotheken bezahlt, anders seien die hohen erzielten und erwarteten Verluste nicht zu erklären. Bis zum Kollaps der Immobilienblase hätten beide vorwiegend in Kredite hoher Qualität investiert, selbst bei unwahrscheinlich hohen Ausfallraten seien die prognostizierten Ausfälle mit dem alten Kreditbestand von Fannie und Freddie nicht zu erreichen.

manager magazin mit Material von reuters, dpa-afx und ap

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