Hamburg - Die Schuldenkrise in Griechenland und anderen Wackelstaaten spaltet die Anlagewelt. Auf der einen Seite stehen die Optimisten. Sie vertrauen auf einen guten Ausgang des Dramas. Sie glauben daran, dass die Etatprobleme in Hellas, in Spanien, in Portugal nicht ausufern. Dass es weder zu Staatspleiten kommt, noch zu einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone, noch zu sonst einem der apokalyptischen Szenarien, die mitunter zurzeit gehandelt werden. Und sie erkennen in den derzeitigen Turbulenzen am Markt in erster Linie eine Anlagechance.
Die Skeptiker sehen das anders. Sie halten sich von Anleihen besagter Staaten ebenso fern, wie von dortigen Aktienmärkten. Auch sie hängen zwar nicht unbedingt den Untergangsszenarien an. Sie verhalten sich aber getreu dem Motto: Wozu ein Risiko eingehen?
Die Fondsmanager des britischen Rentenspezialisten M & G zum Beispiel zählen zu den Skeptikern. Einer von ihnen ist Richard Woolnough, Lenker des M & G Optimal Income Fund. Woolnough beurteilt die griechischen Aussichten negativ. Deshalb meidet er griechische Staatsanleihen jeglicher Art. Gleiches gilt für die Anleihen Italiens, Portugals und Spaniens. Lediglich einige Unternehmensanleihen dieser Länder hat Woolnough im Portfolio.
Woolnoughs Kollege Stefan Isaac, Manager des M & G European Corporate Bond Fund, verfolgt eine ähnliche Linie. Lediglich 0,45 Prozent seines Portfolios bestehen aus griechischen Staatsanleihen. Papiere Italiens, Spaniens oder Portugals? Fehlanzeige. Isaacs bevorzugt stattdessen deutsche und französische Anleihen. "Weil es sich um stärkere Volkswirtschaften handelt, haben diese Papiere in der aktuellen Krise sogar an Wert gewonnen", so die Begründung. "Denn Investoren suchen die Sicherheit solcher Qualitätspapiere."
Auch Jörg de Vries-Hippen, Leiter Europäisches Aktienfondsmanagement bei RCM/Allianz Global Investors (AGI), hält wenig von Engagements in Griechenland. "Schon ohne die aktuell diskutierten Probleme ist Griechenland im aktuellen Konjunkturumfeld nicht die beste Investition", sagt er. "Die angekündigten staatlichen Sparmaßnahmen werden vielen Unternehmen zusätzlich zu schaffen machen, weil sie das Wirtschaftswachstum insgesamt beeinträchtigen dürften.
Laut de Vries-Hippen werden die griechischen Standardwerte dominiert von Banken, Handel und Reedereien. "Speziell dem Handel stehen wohl schwierige Zeiten bevor", sagt er. "Denn die Einsparungen bei Gehältern im öffentlichen Dienst sowie höhere Steuern dürften den Konsum zurückgehen lassen."
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