Von Arne Gottschalck
Wer Gold kauft, setzt also unter anderem darauf, dass andere es auch machen. "Wichtigster Punkt ist das Anlageinteresse, das den Goldpreis so stark getrieben hat", sagt auch Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater in einem Interview. Das Pokern also auf eine liquiditätsgetriebene Hausse?
Soros selbst weiß das alles am besten. Er selbst hatte bereits vor Jahrzehnten erkannt, wie wichtig die Psychologie an der Börse ist. "Um zu triumphieren, musste ein erfolgreicher Investor nur herausfinden, wann und wie die Herde einer bestimmte Aktie, Anleihe oder Währung folgen würde", heißt es in seiner aktuellen Biografie. Sein folgerichtiger Leitspruch: "Erkenne das Chaos und du kannst reich werden."
Chaos, Blase - diese Diktion ruft natürlich die Verteidiger des Golds auf den Plan. Das World Gold Council, eine Art Interessenvertretung unter anderem der Goldproduzenten der Welt, sah sich bemüßigt, erst Anfang Februar eine Pressemeldung zu streuen. Nein, heißt es darin. Wer von einer Blase rede, der verkenne die robusten Fundamentaldaten von Gold. Schon seit neun Jahren sei der Goldpreis stetig gestiegen. Richtig - doch muss er deswegen noch weiter steigen?
Er kann es, er muss aber nicht. "Es ist eine Blase, die sich hier aufbaut", so noch einmal Volkswirt Kater. "Allerdings kann die Preisbewegung beim Gold noch einige Zeit nach oben laufen." Sie kann es, sie muss aber nicht. Dagegen spricht auch der erstarkte Dollar. Bereits Anfang Dezember fiel der Goldpreis um rund 100 Dollar, weil die US-Währung im Vergleich zum Euro zulegte.
Kein Wunder also, wenn jüngst der Internationale Währungsfonds (IWF) verkündete, rund 191 Tonnen Gold verkaufen zu wollen. Der Markt reagierte prompt und sackte etwas ein. Was nun, wenn ein Investor wie George Soros seine Anteile verkaufen würde? Soros selbst dürfte solche Szenarien im Geist bereits durchgespielt haben.
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