Von Arne Gottschalck
Hamburg - Harte Zeiten für Börsianer. Erst fällt der Dax
über Wochen, dann steigt er vier Tage in Folge. Was einzelne Aktien wie die des deutschen Vorzeigeunternehmens Daimler
nicht daran hinderte, am Donnerstag zwischenzeitlich ein Minus von 9 Prozent zu verzeichnen. Auch der VDax, Messgröße für die vom Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite des Dax, will seit Jahresbeginn nicht wirklich weiter sinken. Kein Wunder also, wenn sich die Stimmung der deutschen Privatanleger eintrübt, wie die DZ Bank beobachtet.
Doch niemand anders als die Investorenlegende George Soros eilt herbei und weist einen Weg aus der Unsicherheit. Oder doch nicht?
Der Großinvestor hat seinen Goldanteil aufgestockt, genauer, er hat die Beteiligung seiner Hedgefondsgesellschaft Soros Fund Management LLC am Goldfonds SPDR Gold Trust aufgestockt - um 421 Millionenauf 663 Millionen Dollar. Nicht gerade die Größenordnung, in der sich der deutsche Ottonormalanleger gemeinhin bewegt. Aber dennoch ein interessanter Hinweis. Sieht der alte Börsenfuchs also weiteres Aufwärtspotential für Gold, einen Ausweg aus dem Aktien-Einerlei? Fast klingt es so.
"Auch im Jahr 2010 dürfte Gold aufgrund einer robusten Nachfrage der Finanzanleger und als Absicherung gegen Finanzmarktrisiken gefragt bleiben", sekundiert ihm die Commerzbank
in einer aktuellen Rohstoffanalyse. Doch wenn die Finanzkrise eines gelehrt hat, dann ist es die Notwendigkeit eines "Aber" als Antwort auf jede vermeintlich klare Prognose. Denn es gibt sie, die Gefahren für die Goldhausse.
Ein kurzer Exkurs. Der Preis eines Gutes, ob Gold oder Gefriertruhen, bemisst sich nach Angebot und Nachfrage, lehrt uns die Volkswirtschaft. Übersteigt die Nachfrage ein stabiles Angebot, steigen auch die Preise - das Lieblingsszenario von Anlegern. Doch was ist, wenn die Nachfrage im Fall von Gold
nicht seriös kalkulierbar ist? Wenn es nicht die industriellen Nutzer sind, die zum Beispiel für das zweite Quartal 2010 planen, wieder mehr Gold zu verbrauchen? Genau dieser Verdacht wird derzeit immer lauter.
Soros selbst sprach in Davos von Gold als der "ultimativen Blase". Auch die Commerzbank erklärt in ihrer Studie, der Goldmarkt sei "zunehmend vom Verhalten spekulativer Anleger abhängig".
Kein Wunder: Immer mehr Anleger können über Zertifikate oder Exchange Traded Funds in Gold investieren, ohne je einen Barren oder eine Münze in der Hand zu halten. Rund 40 Prozent der Nachfrage nach dem Edelmetall stammt deshalb inzwischen von spekulativen Investoren, schreibt die Commerzbank, Tendenz steigend.
Vor zwei Jahren war die Ziffer nur halb so groß. Allein der von Soros gewählte SPDR bündelt inzwischen rund 40 Milliarden Dollar.
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