Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:27 Uhr

manager magazin



14.02.2010
 

Schuldenprobleme

Neue Schockwelle aus Dubai

Der Aktienmarkt in Dubai geht auf Talfahrt. Investoren sind verunsichert, weil der Staatskonzern Dubai World seine Milliardenschulden laut einem Medienbericht auf eine wenig attraktive Weise tilgen will. Der Plan weckt neue Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Emirats.

Dubai - Die ungelösten Schuldenprobleme des Golf-Emirats Dubai haben an den Finanzmärkten erneut für Verunsicherung gesorgt. Investoren reagierten am Wochenende verärgert auf einen Medienbericht, wonach der angeschlagene Staatskonzern Dubai World seine Milliardenschulden zwar mit einer Staatsgarantie, aber nur zu 60 Prozent und über einen Zeitraum von sieben Jahre zurückzahlen könnte.

So lautet nach Angaben der Nachrichtenagentur Dow Jones einer der beiden Vorschläge, die das Emirat den Gläubigern bis Ende April vorlegen will. Daneben biete Dubai World die Rückzahlung aller Schulden über den gleichen Zeitraum an, allerdings ohne staatliche Garantie. Zudem sollen 40 Prozent der Schulden demnach mit Anteilen an der Immobilien-Tochter Nakheel beglichen werden.

Skepsis: An der Börse von Dubai ging es am Sonntag abwärts
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REUTERS

Skepsis: An der Börse von Dubai ging es am Sonntag abwärts

Beide Vorschläge enthalten keine Zinszahlungen, wie Dow Jones unter Berufung auf Bankenkreise berichtete. Die Dubaier Börse ging am Sonntag auf Talfahrt und büßte mehr als 4 Prozent ein, obwohl das Emirat seinen Geldgebern nach offiziellen Angaben bislang keine Vorschläge unterbreitet hat. Damit sei vor März oder April auch nicht zu rechnen, erklärte die Regierung laut einem Bericht des Fernsehsenders Al Arabiya.

Zu den Kreditgebern des Emirats zählen die britischen Banken HSBC Chart zeigen, Lloyds Chart zeigen, Royal Bank of Scotland Chart zeigen und Standard Chartered Chart zeigen. Großbritanniens Wirtschaftsminister Peter Mandelson erklärte bei einem Besuch in Dubai, dass ausländische Investoren sehr genau darauf achteten, wie das Emirat die Krise bewältige. Es gehe um den Ruf und die Marke Dubai. Zugleich mahnte er das Emirat, seine Gläubiger nicht länger warten zu lassen.

Das Emirat hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen spektakulären Bauprojekten wie das Anfang des Jahres eröffnete höchste Gebäude der Welt und die künstlichen Palmeninseln Investoren angelockt, dabei aber auch einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Insgesamt steht Dubai bei seinen Gläubigern mit rund 100 Milliarden Dollar in der Kreide.

Ende November hatte der Konzern um eine sechsmonatige Fristverlängerung für die Rückzahlung von 26 Milliarden Dollar an Schulden gebeten und damit an den Märkten weltweit Furcht vor einer zweiten Welle der Finanzkrise ausgelöst. Am Freitag waren an den Finanzmärkten neue Sorgen um die Zukunft von Dubai World aufgekommen. Die Kosten zur Absicherung von Staatsschulden des Emirats verteuerten sich auf den höchsten Stand seit Ende November.

manager magazin mit Material von reuters

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