Geld für Griechenland
Welche Karten die EU-Chefs ziehen können
Von Kai Lange
2. Teil:
Währungsfonds als Feuerwehr
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Kredite einzelner Staaten: Grundsätzlich könnten auch finanzstarke Mitgliedstaaten der Eurozone wie Deutschland oder Frankreich Griechenland neue Kredite gewähren. Dieser Weg wäre vergleichsweise unkompliziert und würde die Last auf die starken Schultern legen: Staaten wie Portugal, Irland oder Spanien, die selbst mit einer hohen Schuldenlast kämpfen, würden nicht zusätzlich belastet.
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EZB-Präsident Trichet: Seine Notenbanker müssten eine gemeinsame Anleihe aller Euro-Staaten koordinieren
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EU-Garantien für griechische Anleihen: Eine Garantie wäre politisch einfacher durchzusetzen als eine EU-Gemeinschaftsanleihe, schätzen Analysten der Commerzbank
. Die EU würden anteilig für die Anleihen garantieren, die der griechische Staat von nun an bis zum Ende der Krise aufnimmt. Dies wäre auch den Bürgern leichter vermittelbar, da es nicht um direkte Finanzhilfen, sondern "nur" um Bürgschaften und Garantien für möglicherweise ausfallende Kredite geht. Eine solche EU-Garantie würde Hellas die Kreditaufnahme erleichtern.
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Gründung eines europäischen Währungsfonds: Europa könnte nach dem Vorbild des IWF einen eigenen Währungsfonds aufbauen, der im Notfall Geld an in Not geratene Mitgliedstaaten ausleiht. Diese Überbrückungskredite müssten dann mit harten Sanierungsauflagen verbunden sein, meint Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Notfalls müsste der Fonds direkt in den Haushalt des Mitgliedstaates eingreifen.
Der Vorteil einer solchen Lösung: Ein "billiger Bailout" würde vermieden, und klamme Staaten wie derzeit Portugal, Italien, Irland, Griechenland oder Spanien hätten keinen Anreiz, sich auf diese Weise leichthin zu entschulden. Der Preis für die Hilfe des Währungsfonds wäre so hoch, dass betroffene Staaten ihre Sparbemühungen erhöhen würden. Der Nachteil: Ein solcher Fonds lässt sich nicht von heute auf morgen gründen, er wäre nur eine Lösung für kurzfristige Krisenfälle.
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Der Internationale Währungsfonds als Feuerwehr: Der IWF könnte sofort einspringen und unter harten Auflagen Geld für Griechenland bereitstellen. Allerdings wäre es eine Blamage für die Europäische Union, sich in der Stunde der Not auf den IWF zurückzuziehen. Das Image der Währungsunion würde leiden, dennoch halten manche Volkswirte ein Einschreiten des IWF für sinnvoll.
Der IWF habe Erfahrung mit Sanierungsfällen und könne Proteste gegen seine Auflagen besser aushalten als die EU. Denn dass es im Falle von Lohnkürzungen und Steuererhöhungen zu lautstarken Protesten in Griechenland kommen wird, ist sehr wahrscheinlich. Der EU bliebe eine interne Zerreißprobe erspart - doch die Regierungschefs dürften dennoch mit allen Mitteln versuchen, das Problem noch mit eigenen Kräften in den Griff zu bekommen.