Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:28 Uhr

manager magazin



10.02.2010
 

Joe Kaeser

Siemens-Finanzchef dämpft Hoffnungen

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser sieht noch keinen Aufschwung in der Industrie. Die bisherige Erholung sei dem Aufbau von Lagerbeständen zu verdanken. Auch auf Siemens kämen noch hohe Kosten zu. Deshalb sei die von Analysten erwartete Anhebung der Ergebnisprognose längst nicht sicher.

Frankfurt am Main - Im Interview der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe) bekräftigte Kaeser zwar, dass Siemens Chart zeigen den Jahresausblick nach dem Ende März ablaufenden ersten Geschäftshalbjahr überprüfen werde. Zugleich machte er aber deutlich, dass das Resultat der Überprüfung noch nicht feststehe.

Skeptiker Kaeser: "Die Märkte machen eine ganze Reihe sehr optimistischer Annahmen"
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DPA

Skeptiker Kaeser: "Die Märkte machen eine ganze Reihe sehr optimistischer Annahmen"

"Die Märkte machen da eine ganze Reihe von zum Teil sehr optimistischen Annahmen", sagte Kaeser. "Außerdem muss man sagen, dass bestimmte Dinge, die zu nennenswerten Kostenbelastungen führen, noch bevorstehen." Die Restrukturierung außerhalb der drei Kernsektoren Industrie, Energie- und Medizintechnik werde teurer als der Abbau von 2000 Industriestellen. Er verwies auf den Umbau des IT-Dienstleisters SIS und des Gemeinschaftsunternehmens Nokia Siemens Networks.

Siemens sehe zwar in einigen Geschäftsbereichen positive Signale. Es gebe aber in der Industrie noch "kein kohärentes Bild eines Aufschwungs". Die jüngste Geschäftserholung dürfte vor allem darauf zurückgehen, dass Firmen ihre Lager wieder aufstockten, sagte Kaeser.

Bei der Lichttechniktochter Osram sehe er aber dank des boomenden LED-Geschäfts "Licht am Ende des Tunnels". Für das Hörgerätegeschäft habe Siemens einige unverbindliche Gebote erhalten. Diese werde man prüfen und dann entscheiden, ob man verkaufe oder selbst investiere: "Dies wird aber noch nicht in den nächsten Wochen der Fall sein." Bei Akquisitionen dagegen werde Siemens weiterhin "sehr selektiv" vorgehen.

Mit dem Januar-Geschäft zeigte sich der Manager zufrieden: "Bisher haben wir nur vorläufige Indikationen und noch keine konkreten Anhaltspunkte für die gesamte Welt. Aber wenn sich verfestigen würde, was wir bisher sehen, wären wir im Großen und Ganzen zufrieden."

Bislang peilt das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2009/10 einen operativen Gewinn von sechs bis 6,5 Milliarden Euro aus seinen drei Kernsektoren Industrie, Energie- und Medizintechnik an. In den ersten drei Monaten hat Siemens davon bereits gut ein Drittel erreicht. Dies hatte an den Märkten für Optimismus gesorgt.

manager magazin mit Material von reuters und ddp

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