Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag zwischen Hoffen auf Hilfen für Griechenland und Bangen um die Staatsfinanzen einiger Euro-Länder bewegt. Der Dax
rettete zum Handelsschluss ein Plus von 0,24 Prozent auf 5498 Zähler. Für den MDax
ging es um 0,59 Prozent auf 7289 Punkte hoch und der TecDax
legte um 1,64 Prozent auf 784 Zähler zu.
Spekulationen über stabilisierende Maßnahmen der EU waren am Morgen aufgekommen, nachdem bekannt wurde, dass EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vorzeitig von einem Treffen internationaler Notenbanker in Sydney abreist, um am Donnerstag an einem EU-Sondergipfel teilzunehmen.
"Zunächst haben Griechenland und der stärkere Euro die Erholung an den Märkten getragen", sagte auch Aktienhändler Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel. Am späten Nachmittag kamen dann aber erneut Sorgen auf, nachdem sich die Ratingagentur Fitch Händlern zufolge negativ zu einigen EU-Ländern wie Griechenland, Frankreich und Spanien geäußert haben soll. Auch Großbritannien gerate in den Fokus.
Banken hielten sich dennoch unter den stärksten Werten. Aktien der Deutschen Bank
setzten sich mit plus 2,84 Prozent auf 44,23 Euro an die Dax-Spitze, Commerzbank
legten um 0,94 Prozent auf 5,57 Euro zu. Spekulationen am Markt über mögliche EU-Hilfen für Griechenland und Portugal sorgten für etwas Entspannung im gesamten Finanzsektor.
Ansonsten gab es insbesondere in der zweiten Reihe Bewegung. Für Aktien von Heidelberger Druck
maschinen ging es nach durch die Bank besseren Zahlen um 4,01 Prozent auf 5,19 Euro hoch. Douglas
profitierten von einem überraschend starken Weihnachtsgeschäft und kletterten um 3,63 Prozent auf 33,25 Euro. Mit Gewinnen von 5,12 Prozent auf 9,44 Euro profitierten die im TecDax
noierten Aktien von Freenet
von Zahlen und einer ersten Dividende nach zwei Jahren.
Solarwerte reagieren auf Kompromiss in der Förderung
Bei den Technologietiteln gaben einmal mehr die Solarwerte den Ton an. Einige Vertreter der Branche wie Solarworld
konnten sich erholen, nachdem sich die schwarz-gelbe Koalition auf einen ersten Kompromiss zur Solarstromförderung verständigt hat. Danach soll die Kürzung der Förderung von Solaranlagen auf Dächern erst zwei Monate später als von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vorgeschlagen ab 1. Juni greifen, allerdings soll sie mit 16 anstatt 15 Prozent etwas höher ausfallen.
"Nun ist endlich das Datum und auch der Umfang bekannt", kommentierte ein Händler. Bei Centrotherm
sorgte zudem eine Studie der Citigroup
für ein sattes Kursplus von mehr als 10 Prozent auf 39,92 Euro. Dank einer besseren Auftragslage vor allem aus Asien empfehlen die Experten die Titel nun zum Kauf.
In Europa schloss der EuroStoxx 50
mit plus 0,16 Prozent auf 2668 Zähler, auch die Börsen in London und Paris legten leicht zu. In New York schaffte der Dow Jones den Sprung über die 10.000 Punkte- Marke und gewann zum Börsenschluss in Europa rund 1,5 Prozent.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,80 (Vortag: 2,77) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,01 Prozent auf 124,28 Punkte. Der Bund Future gewann 0,02 Prozent auf 123,93 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3760 (1,3675) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7267 (0,7313) Euro.
manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen
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