05.02.2010
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Starinvestor Mark Mobius

"Es wird Abwärtsphasen in China geben"

Von Arne Gottschalck

3. Teil: Die alternde Gesellschaft

mm: Wissenschaftler loben zwar das Wachstum Chinas, sagen dem Land aber ein Problem voraus, die alternde Gesellschaft. Haben die Experten Recht?

Mobius: Oh, die Chinesen sind sich des Wechsel sehr wohl bewusst, weg von der Pyramide hin zum Pilz als Folge Einkindpolitik. Deswegen planen sie ein Pensionssystem, höhere Produktivität und weniger arbeitsintensive Industrien. Das dauert eine lange Zeit und sie haben diese Zeit. Die Auswirkungen auf den Aktienmarkt werden positiv sein, weil die Entwicklung eines Pensionssystems Investmentinstrumente erfordert, Anleihen und Aktien. Deswegen können wir erwarten, dass die Kapitalmarkt-, vor allem die Aktienmarktaktivität ansteigen wird, so dass die Pensionsfonds in Unternehmen investieren können, die höher rentieren als die Inflation.

mm: Wie wahrscheinlich ist es, dass die Geldpolitik schon in naher Zukunft gestrafft wird - und wie könnte so ein Schritt aussehen?

Mobius: Es ist hochgradig wahrscheinlich, dass es eine Straffung der Geldpolitik in bestimmten Segmenten geben wird, nicht aber generell. Wie ich schon sagte, zählt für China vor allem das Wachstum. Sie werden ihr Bestes geben, um dieses Ziel nicht zu gefährden und daher werden Veränderungen sehr spezifisch sein und auf die Inflation in bestimmten Segmenten abzielen.

mm: Wie wichtig ist es eigentlich für Investoren, dass China sich nicht nur auf seine eigene Stärke verlässt, sondern auch in internationale Systeme integriert, zum Beispiel zugunsten des Umweltschutzes?

Mobius: China ist traditionell nach innen orientiert mit einem hohen Maß an Selbstgenügsamkeit. Wie auch immer, das hat sich geändert und das Land braucht den Import von vielen Rohstoffen ebenso wie Technologie in bestimmten Sektoren. Der Plan sieht allerdings so aus, die Wirtschaft eher in Richtung Binnenkonsum zu rücken als in Richtung Exportorientierung.

Trotzdem ist das Land hochgradig in die Weltwirtschaft integriert. Auch wenn ein größerer Anteil der Wirtschaft künftig von Binnenkonsum dominiert werden wird, gibt es doch keinen Zweifel, dass China sich vom politischen oder wirtschaftlichen Umfeld wird lösen können. In diesem Maße wird sich da Land in Sachen internationale Entwicklungen oder Organisationen kooperativer zeigen müssen. Nehmen wir das Beispiel Umweltschutz. Es braucht nicht nur internationalen Duck auf China um Maßnahmen zu ergreifen, sondern auch das Bewusstsein innerhalb Chinas, dass die Kontrolle der Verschmutzung zum Schutz der Menschen höchste Priorität hat.

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