05.02.2010
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Starinvestor Mark Mobius

"Es wird Abwärtsphasen in China geben"

Von Arne Gottschalck

Märchenhaftes Wachstum, Stärke in der Krise: Nichts scheint so verheißungsvoll zu sein, wie die Geldanlage in China. Starinvestor Mark Mobius spricht im Interview mit manager magazin über die Stärken der Boom-Region, mögliche China-Blasen - und zwei Elefanten.

mm: Bevor wir über Asien sprechen, lassen Sie uns die USA ansprechen. Amerikas Präsident Barack Obama kündigte an, die Banken starker regulieren zu wollen. Hat das eigentlich auch Auswirkungen auf China?

Asienkenner: Zu Wasser, zu Lande und in der Luft - Fondsmanager Mark Mobius hat sich den Ruf eines Vielreisenden in Sachen Geldanlage erworben. Für Franklin Templeton verwaltet er unter anderem den Templeton Asian Growth
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Asienkenner: Zu Wasser, zu Lande und in der Luft - Fondsmanager Mark Mobius hat sich den Ruf eines Vielreisenden in Sachen Geldanlage erworben. Für Franklin Templeton verwaltet er unter anderem den Templeton Asian Growth

Mobius: Nein, das denke ich nicht. Die US-Überlegungen richten sich ja gegen "poor governance" in US-Banken, vor allem mit Blick auf die Subprime-Krise. Die US-Verwaltung sorgt sich noch immer um die Versorgung mit ausreichender Liquididität. Die Chinesen ihrerseits haben klargemacht, dafür sorgen zu wollen, das hohe Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten und das bedeutet, dass sie auch die Liquidität sowie die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld auf hohem Niveau halten wollen - mit dem Vorbehalt, dass sie bei steigender Inflation die Geldpolitik restriktiver gestalten würden.

mm: Im vierten Quartal des Jahres 2009 ist China wieder im zweistelligen Prozentbereich gewachsen, nachdem das Wachstum in den Vorquartalen nur einstellig war. Ist China damit wieder in der Erfolgsspur?

Mobius: Sie wissen ja, die Emerging Markets haben sich sehr gut entwickelt. Im vergangenen Jahr hatten wir teilweise einen Zuwachs von 70 bis 80 und teilweise 90 Prozent. Natürlich können wir in diesem Jahr nicht solche Zuwächse erwarten, weil wir auf einem viel höheren Niveau beginnen. Aber dennoch ist die Situation aus einer Reihe von Gründen interessant.

mm: Und die wären?

Mobius: Unser Ausblick für China im Jahr 2010 ist positiv, wegen seiner relativ starken Fundamentaldaten sowie der Tatsache, dass sie schneller wachsen als ihre Pendants in den entwickelten und den weniger entwickelten Märkten. Unser Optimismus stützt sich dabei auf mehrere Punkte. So steigt das grundsätzliche Anlegervertrauen in Aktien und in die Emerging Markets im besonderen. Es gibt starke Mittelzuflüsse in diese Regionen, die Anleger suchen nach höheren Renditen angesichts niedriger Leitzinsen. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts ist in den Schwellenländern meist relativ höher als in den entwickelten Märkten. Dazu kommen die Ansammlung von Währungsreserven, der geringere Verschuldungsgrad und das hohe Niveau der internationalen Geldversorgung. Wir glauben, dass die Summe dieser Faktoren die Schwellenländer für Investoren weltweit attraktiv macht.

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