London - Im Kampf gegen seine Finanzprobleme will Griechenland nach der erfolgreichen Ausgabe einer fünfjährigen Anleihe die Finanzmärkte im Februar erneut anzapfen. Das neue Papier solle eine Laufzeit von zehn Jahren haben, sagte Griechenlands oberster Schuldenmanager Spyros Papanikolaou am Dienstag. Ziel sei es, bei der Emission drei bis fünf Milliarden Euro einzunehmen.
"Das Volumen hängt letztlich aber von der Resonanz am Markt ab", sagte Papanikolaou, Chef der mit dem Schuldenmanagement beauftragten Agentur.
Griechenland hatte am Montag eine fünfjährige Anleihe im Volumen von acht Milliarden Euro am Markt platziert und war damit bei Anlegern auf reges Interesse gestoßen. Die Regierung in Athen muss jedoch einen kräftigen Renditeaufschlag dafür zahlen: Der Zinssatz des Papieres liegt nach Angaben Griechenlands bei 6,1 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie der vergleichbarer deutscher Papiere.
Knapp 80 Prozent der Käufer seien ausländische Investoren gewesen, sagte ein mit dem Geschäft vertrauter Bankvertreter. Von den Käufern insgesamt seien 30 Prozent Fondsmanager, 14 Prozent Banken, 6 Prozent Zentralbanken und weniger als 3 Prozent Hedgefonds gewesen.
Die Emission galt als Lackmustest für Griechenland, das unter einer ausufernden Schuldenlast leidet und inzwischen von den drei führenden Ratingagenturen herabgestuft wurde. Der gesamte Kapitalbedarf Griechenlands liegt in diesem Jahr bei 53 Milliarden Euro - mehr als 13 Milliarden Euro sind bereits geschafft.
IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn forderte die Regierung in Athen zu durchgreifenden Reformen auf. "Alles hängt vom politischen Willen ab. Ich bin zuversichtlich, dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise überwunden werden kann, aber nur mit großen Veränderungen in allen Bereichen", sagte er der griechischen Finanzzeitung "Naftemporiki". Griechenland müsse die Verpflichtungen erfüllen, die mit der Mitgliedschaft in der Euro-Zone verbunden sind.
Das Staatsdefizit in Griechenland lag 2009 bei 12,7 Prozent - so hoch wie in keinem anderen Land der Euro-Zone. Bis 2012 soll das Haushaltsloch unter die Grenze des Stabilitätspakts von 3 Prozent sinken. Viele Analysten bezweifeln aber, dass die sozialistische Regierung die harten Sparmaßnahmen gegen den Widerstand der Gewerkschaften durchsetzen können wird.
manager magazin mit Material von reuters
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