Berlin - Die Kassen wollten noch im ersten Vierteljahr einen solchen zusätzlichen Obolus von ihren Versicherern erheben, sagte die Sprecherin der Deutschen BKK, Lydia Krüger, am Donnerstag in Berlin. Dazu gehört nach Angaben aus Kassenkreisen neben der Deutschen BKK auch die DAK als drittgrößte Kasse. Allerdings müssen die Verwaltungsräte noch zustimmen.
Beim Bundesversicherungsamt (BVA), das für überregionale Kassen zuständig ist, sind nach Angaben von Sprecher Tobias Schmidt inzwischen vier Anträge für das erste Quartal eingegangen. "Wir gehen davon aus, dass noch einige kommen."
Das Thema Zusatzbeiträge werde wohl bei allen Krankenkassen im Laufe des Jahres auf der Tagesordnung stehen, hieß es übereinstimmend von Kassenvertretern. Kaum eine Kasse werde am Ende des Jahres keinen solchen Zusatzbeitrag verlangen. Der Grund sei, dass dem Gesundheitsfonds trotz des zugesagten zusätzlichen Bundeszuschusses von 3,9 Milliarden Euro in diesem Jahr rund vier Milliarden Euro fehlten. Von der ersten Welle seien vermutlich rund zehn Millionen Versicherte betroffen, hieß es. Der Sozialverband VdK sprach von einer "bitteren Pille für Arbeitnehmer und Rentner".
Eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands wollte sich auf Zahl und Umfang von Zusatzbeiträgen nicht festlegen. Viele Kassen steckten aber in finanziellen Schwierigkeiten. Daher werde "eine ganze Reihe" von Kassen 2010 zu dem Instrument greifen müssen.
Gezwungen dazu sind Kassen, die mit dem zugewiesenen Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Allerdings sind sie bestrebt, dies so lange wie möglich hinauszuschieben, da sie Wettbewerbsnachteile fürchten und in einem solchen Fall ein Sonderkündigungsrecht gilt. Erwartet wird, dass die meisten Kassen mit acht Euro pro Monat einsteigen werden, da bis zu dieser Höhe keine Einkommensprüfung notwendig ist. Über diesen Betrag hinaus darf der Zusatzbeitrag maximal ein Prozent des Einkommens ausmachen.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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