Hamburg - Der Gründer und Großaktionär des Photovoltaikunternehmens Solarworld will den Konzern langfristig unter Kontrolle seiner Familie halten. "Nach meinem hoffentlich noch weit in der Ferne liegenden Lebensende wird das Aktienpaket in eine Stiftung eingebracht", sagte der 50-Jährige dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Für das abgeschlossene Geschäftsjahr kündigte Asbeck unterm Strich schwarze Zahlen an.
An der Spitze der Ende vergangenen Jahres gegründeten Stiftung werde für einige Generationen ein Vertreter der Familie Asbeck stehen. Asbeck hält ein Viertel der Solarworld-Aktien und hat stets beteuert, an der Sperrminorität festhalten zu wollen. Mit den Erlösen aus der Beteiligung soll die Stiftung die Erforschung neuer Techniken für die Solarenergie fördern.
Am Dienstag meldete Solarworld, im vergangenen Jahr erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro geknackt zu haben. Zum Ergebnis machte Asbeck keine Angaben, sagte dem Blatt jedoch, dass sein Konzern im Gegensatz zu einigen Konkurrenten schwarze Zahlen geschrieben habe. Die vollständigen Umsatz- und Ergebniszahlen für 2009 will Solarworld am 25. März veröffentlichen.
Im TecDax
gerieten die Aktien von Solarworld
heute unter Druck. Bis 10.30 Uhr büßten die Papiere 0,7 Prozent auf 16,10 Euro ein.
Nach Einschätzung von Asbeck wird sich durch die anstehende Kürzung der Solarförderung die Konzentration in der Branche beschleunigen. "Nur professionalisierte High-Tech-Unternehmen, die ihre Kosten im Griff haben, werden überleben", sagte Asbeck. Ziel müsse es sein, den Anteil der Personalkosten an den Gesamtausgaben unter 10 Prozent zu drücken. "Neben uns gelingt dies nur sehr wenigen Unternehmen."
Um ihr Überleben zu sichern, müssten Solarfirmen aber nicht nur auf die Kosten schauen. Wichtig sei auch, in den technologischen Fortschritt zu investieren. "Wir müssen die Wirkungsgrade unserer Solarzellen erhöhen", sagte Asbeck. Mit diesem Qualitätsvorteil könnten sich deutsche Solarfirmen im Vergleich zur Konkurrenz aus Fernost besser positionieren.
Verbraucherschützer propagieren harte Einschnitte bei der staatlichen Förderung von Solaranlagen. "Ein Einschnitt von 30 Prozent wäre gut", sagte Holger Krawinkel, Energieexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, der Zeitung. Die Anpassung der Förderung müsse wesentlich dynamischer werden, zurzeit sei die Degression auf vier Jahre im Voraus festgelegt.
manager magazin mit Material von dpa-afx
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