mm: Fatal in der Situation.
Axt: Genau. Eine konstruktive Auseinandersetzung über allfällige Reformen und Sparmaßnahmen ist aber wenig wahrscheinlich. Ein erster Test der Ernsthaftigkeit des Reformwillens seitens der neuen Regierung unter Papandreou wird darin bestehen, ob - so wie angekündigt - mit der traditionellen Versorgung der Parteigänger im öffentlichen Dienst tatsächlich gebrochen wird. Noch ist es zu früh für eine abschließende Beurteilung.
mm: Was muss Ihrer Ansicht nach passieren, damit Griechenland auf eine erfolgversprechende Spur findet?
Axt: Die Antwort ist einfach, doch politisch höchst schwierig durchzusetzen: Die Bürger in Griechenland müssten erfahren, dass es lohnt, Sparmaßnahmen zu ergreifen und den Staat mit ausreichend Finanzmitteln zu versorgen, weil dieser Staat sich auch tatsächlich der Nöte der Bürger annimmt und nicht zuerst die politische Klasse versorgt. Eine solche Wende käme fast einer Revolution gleich. Da braucht es vertrauenswürdige Politiker und den Mut, überfällige Reformen nicht länger hinauszuschieben. Vielleicht steckt in der Krise auch ein wenig Hoffnung, dass nicht abermals Chancen vergeben werden.
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