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21.12.2009
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Investmentausblick 2010

"Gold gegen Inflations- und Finanzrisiken"

Von Arne Gottschalck und Karsten Stumm

11. Teil: Markus Zschaber, Chef der V.M.Z. Vermögensverwaltung

mm: Mit welchem Dollar/Euro-Kurs rechnen Sie in 2010 im Schnitt - und welche Folgen hat das für Ihre Anlageentscheidungen?

Zschaber: Für mich steht fest, dass die Welt nicht mehr tatenlos zusehen wird, um das gigantische US-Staatsdefizit uneingeschränkt zu finanzieren. Außerdem lockt die Nullzinspolitik nicht gerade neue Investoren an, so dass mein Ausblick für den US-Dollar, wie auch in den letzten Jahren, eine rückläufige Entwicklung zeigt. In meinem Investmentprozess habe ich jegliche US - Dollargewichtung bereits seit dem Jahr 2003 gemieden oder komplett abgesichert, was auch im kommenden Jahr 2010 Fortsetzung finden wird.

V.M.Z.-Chef Zschaber: "Schutzmaßnahmen vor Inflation bewerte ich noch als verfrüht."
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V.M.Z.-Chef Zschaber: "Schutzmaßnahmen vor Inflation bewerte ich noch als verfrüht."

mm: Mit welcher Inflationsrate rechnen Sie in 2010? Sollten private Anleger deshalb besondere Inflationsschutzmaßnahmen ergreifen?

Zschaber: Im kommenden Jahr erwarte ich ein inflationistisches Potenzial in der Eurozone von 1,5 bis 1,8 Prozent, also noch ungefährlich, da die Kapazitätsauslastung in der Industrie nach wie vor sehr niedrig ist und somit eine steile Zunahme der Löhne und Güterpreise sehr unwahrscheinlich ist. Auf der anderen Seite sehe ich eine Preisanstiegsgefahr bei Rohstoffen, welche, in Kombination mit der Verschuldungskrise der weltweiten Regierungen, vielleicht schon ab dem Jahr 2011 für ein Comeback höherer Inflation verantwortlich sein kann, sofern sich auch die Kapazitäten wieder sukzessive erholen.

Schutzmaßnahmen vor der Inflation bewerte ich aktuell noch als verfrüht, allerdings könnte sich das ab dem dritten Quartal des kommenden Jahres deutlich ändern. Investmentstrategien wie Immobilien, Rohstoffe oder Industriemetalle, Aktien, inflationsgeschützte Staatsanleihen und auch eventuell Gold können dann auf besonderes Interesse stoßen.

mm: Der Goldpreis ist 2009 stark gestiegen. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

Zschaber: Solange das internationale Zinsgefüge niedrig und sehr expansiv bleibt, wird weiterhin die dadurch geschaffene Liquidität den Goldpreis stärken können. Unter ökonomischen Sachverstand betrachtet rechtfertigt weder die Angebotsseite noch die Nachfrageseite den derzeitigen Preis. Sollte im kommenden Jahr sukzessive eine Straffung der globalen geldpolitischen Ausrichtung zu vermerken sein, sollte der Goldpreis höheren Schwankungen unterliegen.

Im kommenden Jahr ist Gold für mich aus heutiger Sichtweise erst einmal kein Thema. Zum Ende des nächsten Jahres, wenn auch die inflationistische Entwicklung wieder in den Fokus des Marktes rücken könnte, wird der Charakter des Goldes als Wertaufbewahrungsmittel durchaus wieder eine Rolle spielen können.

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