Von Andre Köttner
Die oft sehr junge Bevölkerung mit einem hohen Anteil von Menschen unter 30 Jahren bedeutet für die Schwellenländer nicht nur ein erhebliches Potenzial an Arbeitskräften, sondern auch an Konsumenten, deren wachsender Lebensstandard mittel- und langfristig erhebliche Nachfrage schaffen kann. Noch stark unterschätzt wird zudem die Innovationskraft.
Lenkt man den Blick von der reinen Zahl an Forschungsarbeiten und Patenten ab, zeigt sich Erstaunliches. "Kleine" Innovationen, die für viele Menschen eine wichtige Rolle spielen, können großes wirtschaftliches Potenzial entfalten. Als gute Beispiele fallen mir hier der Plan zur Errichtung von ganzen Umweltstädten in Abu Dhabi oder die dynamische Entwicklung des Mobile Banking in Nigeria und Kenia ein.
Dabei stehen die Volkswirtschaften der Schwellenländer auf einem wesentlich solideren Fundament als noch vor zehn Jahren, so dass sich ihre Krisenanfälligkeit spürbar verringert hat. Die Budgetdefizite wurden deutlich abgebaut und die Auslandsverschuldung erheblich reduziert. Die Kapitalmärkte sind weiterentwickeltet worden und haben durch gestiegene Liquidität an Attraktivität für Investoren gewonnen.
Mein zweiter Anlageschwerpunkt, die defensiven Werte, sind von der Kurserholung im laufenden Jahr nur teilweise erfasst worden und bieten daher Nachholpotenzial. Hier gefallen mir besonders die Pharmaaktien. Die Entwicklungspipelines versprechen in den kommenden Jahren die Einführung aussichtsreicher Präparate gegen weit verbreitete Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs.
Zudem gehört die Branche zu den Profiteuren der zunehmenden Alterung in den westlichen Gesellschaften und besitzt damit auch langfristig hervorragende Aussichten. Und dies alles bei überschaubaren Rückschlaggefahren, sollte sich die makroökonomische Lage doch ungünstiger entwickeln als gedacht. Erst 2008 haben die Pharmawerte unter Beweis gestellt, dass sie einen Absturz der Börsen gut überstehen und damit das Portfolio stabilisieren. Aktuell ist die Branche immer noch günstig bewertet.
Im Jahr 2009 gab es an den Börsen ein seltenes Phänomen: Die Korrelation der einzelnen Aktien innerhalb der verschiedenen Branchen war recht hoch. Dies hat sich mittlerweile jedoch geändert und wird auch im nächsten Jahr so bleiben. Die Selektion der aussichtsreichsten Aktien wird zunehmend wichtiger.
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