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16.12.2009
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Dax-Geflüster

Die Kurserholung wird teuer

Von Kai Lange

2. Teil: Staatsanleihen keine Alternative

Und nun noch die Probleme bei Staatsanleihen. Griechenland wurde wegen seiner ausufernden Verschuldung von der Ratingagentur Fitch in seiner Kreditwürdigkeit heruntergestuft, Spanien droht ebenfalls ein Abstieg. Die Renditen griechischer und spanischer Staatsanleihen zogen in dieser Woche an - was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Kurse der entsprechenden Anleihen gefallen sind. Steigende Renditen auf Anleihen erfreuen nur Neueinsteiger: Wer bereits Staatsanleihen im Depot hat, erleidet dagegen Kursverluste.

Warnt vor Inflation: Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank
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Warnt vor Inflation: Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank

"Staatsanleihen drängen sich im aktuellen Umfeld nicht als Anlagealternative auf", sagt Michael Rottmann, Leiter Zins- und Währungsstrategie bei Unicredit. Bei soliden Schuldnern wie der Bundesrepublik werden für eine zehnjährige Staatsanleihe derzeit 3,1 Prozent Zinsen gezahlt. Bei fünfjähriger Laufzeit sind es 2,2 und bei zweijähriger Laufzeit 1,2 Prozent Zinsen.

"Bei deutschen Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit dürfte nach Inflation kaum noch etwas übrig bleiben", sagt Rottmann. Zudem bestehe bei Staatsanleihen stets das Risiko von Kursverlusten, sollten die Zinsen wieder steigen. Auch Eric Le Coz, Fondsmanager bei der Fondsgesellschaft Carmignac, meint, dass Staatsanleihen in der aktuellen Situation "sogar riskant sind."

Griechische Staatsanleihen locken derzeit zwar mit einer Rendite von 5,7 Prozent. Doch das sei nur etwas für Anleger, die die zehnjährige Laufzeit auch durchhalten und davon überzeugt sind, dass die EZB kein Land der Euro-Zone fallen lassen werde, sagt Rottmann. "Die Aufteilung der Geldanlagen wird im kommenden Jahr nicht einfacher", sagt der Experte von Unicredit. "Die Unsicherheit bleibt groß".

Staatsanleihen riskant, Festgeld niedrig verzinst, Erträge aus Versicherungen dürftig: Viele Anleger wählen in dieser Situation die Flucht nach vorn und kaufen Aktien und Rohstoffe. Nicht, weil der von Staatshilfen und Steuergeld genährte Aufschwung sich schon selbst tragen würde, sondern weil Geld billig ist und mittelfristig Geldentwertung droht. Nach neun Monaten mit steigenden Kursen ist das eine Flucht ins Risiko.

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