Goldexperte Uwe Bergold ist gleicher Meinung: "Die strategische Hausse läuft seit 2001 und wird noch länger anhalten", sagt er. "Langfristig orientierte Investoren können daher beruhigt auf einen weiteren Goldpreisanstieg setzen."
Aber wann geht es mit dem Preis wieder aufwärts? "Wir nutzen zurzeit jeden Rückgang als Gelegenheit zum Nachkaufen", sagt Bergold. Denn, so seine Begründung, der kurzfristig besonders starke Aufschwung am Markt, die "taktische Hausse", werde noch zwei bis drei Monate anhalten. "Ähnliche Phasen haben wir auch 2005 und 2007 gesehen", sagt der Experte. "Dieser Zwischenspurt wird sich noch bis Januar oder Februar fortsetzen, denn diese Zeit zählt traditionell zu den stärksten am Goldmarkt."
Auch Wolfgang Wrzesniok-Rossbach vom Gold-Handelshaus Heraeus glaubt auf lange Sicht an einen weiter steigenden Goldpreis. Seiner Ansicht nach ist die aktuelle Korrektur aber noch nicht abgeschlossen. "Aufgrund der Charttechnik, die gerade im Goldmarkt erfahrungsgemäß relativ verlässliche Hinweise gibt, muss man von weiteren Preisabschlägen ausgehen", sagt er. "In Extremszenarien werden Tiefstpreise von bis zu 1025 Dollar je Unze genannt. Ich halte 1080 Dollar für realistisch."
Wrzesniok-Rossbach rät daher, vor einem Einstieg noch zu warten, bis der Preis um weitere 4 oder 5 Prozent nachgegeben hat. "Anfang 2010 könnte es noch einmal zu Verkäufen kommen", sagt er. "Denn viele Investoren dürften einen Teil ihres Goldes wegen der im Jahresverlauf gestiegenen Bewertung noch bis zum Jahresultimo im Portfolio behalten."
Im neuen Jahr, so der Experte, könnten diese Anleger jedoch eine Neuallokation ihres Vermögens vornehmen. Dabei dürften sie feststellen, dass der Goldanteil stark gestiegen ist - und dieses Missverhältnis durch Verkäufe geraderücken.
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