Auf dem Podium des Hansa-Forums weiß darauf niemand eine Antwort. Schulterzucken zum Beispiel bei den Reedern, denen bereits die schwächelnde fahrenden Flotte zunehmend zum Zuschussgeschäft gerät.
Und die Fonds? Axel Schröder, Chef des Emissionshauses MPC Capital
, gibt zu verstehen, dass an die Platzierung von Schiffsbeteiligungen im nennenswerten Umfang auf absehbare Zeit nicht zu denken sei (was allerdings von einigen seiner Kollegen zumindest zum Teil relativiert wird).
Bleibt der Blick zu den Banken. Größte schiffsfinanzierende Bank der vergangenen Jahre war die HSH Nordbank, gefolgt von Instituten wie der Commerzbank-Tochter Deutsche Schiffsbank oder der Nord LB. Stellvertretend für diese Fraktion gibt Werner Weimann, Vorstandssprecher der Deutschen Schiffsbank, ein klares Statement ab: "Die Banken können nicht das komplette Orderbuch finanzieren."
Wer zahlt am Ende?
Wer also zahlt am Ende? Am dringendsten stellt sich die Frage letztlich wohl den Banken, die bereits mit Vorfinanzierungen in Milliardenhöhe engagiert sind. Schreiben sie dieses Geld ab? Beispielsweise im Falle der ohnehin kriselnden HSH Nordbank wohl eine besonders unangenehme Vorstellung. Oder gelingt es, anderweitig die erforderlichen Mittel zur Finanzierung aufzubringen? Angesprochen wird auf dem Podium des Hansa-Forums an dem Punkt beispielsweise die Staatsbank KfW mit ihrem Stützungsprogramm zur Konjunkturhilfe.
Aus dieser Richtung ist allerdings bislang offenbar nicht viel Geld in den Markt geflossen. Durch die Medien gingen die Anträge auf KfW-Hilfe von den Reedern Jochen Döhle und Claus-Peter Offen - zumindest letzterer wurde bereits abschlägig beschieden.
Ausreichend Stoff für hitzige Debatten also beim 13. Hansa-Forum. Und die Branche diskutiert ihre Probleme tatsächlich in teils entwaffnender Offenheit. Schuldzuweisungen werden ausgetauscht wie Ping-Pong-Bälle und mögliche Lösungen kritisch beäugt.
Aber - wie gesagt - gelacht wird auch. Als der Frager, der sich so sehr für den Gesamtpreis der bestellten Schiffe interessiert, gar nicht locker lässt, verliert Experte Dobert für einen Moment die Contenance: "Ist doch egal", sagte er da. "Es ist sowieso eine gigantische Summe, die nicht machbar ist."
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