Zürich/Heidelberg - Der größte Schweizer Lebensversicherer Swiss Life
hat im dritten Quartal wieder Tritt gefasst. Die Neuausrichtung der deutschen Tochter AWD kostet den Züricher Konzern allerdings weiterhin Geld, auch wenn der hannoversche Finanzdienstleister im Berichtsquartal operativ wieder gewinnbringend gearbeitet hat. Swiss-Life-Aktien zählten dann auch heute zu den gesuchten Werten: Der Preis für die Aktien stieg bis zum Nachmittag um 2,4 Prozent auf 87 Euro.
Die Prämieneinnahmen sanken von Januar bis September um 3 Prozent auf 13,62 Milliarden Franken. Das sind umgerechnet neun Milliarden Euro. Analysten hatten allerdings einen stärkeren Rückgang befürchtet. Im dritten Quartal erzielte Swiss Life nach Konzernangaben ein Wachstum von 3 Prozent. Gewinnzahlen gibt die Gesellschaft nur zu den Jahres- und Halbjahresabschlüssen bekannt. Die Kapitalbasis wurde gestärkt. Die Solvabilitätsquote, eine Kennzahl für die Unterlegung der Zahlungsverpflichtungen mit Eigenmitteln, erhöhte sich gegenüber Juni um 13 Prozentpunkte auf 168 Prozent.
Ein Klotz am Bein bleibt die im vergangenen Jahr für 1,2 Milliarden Euro gekaufte AWD. Der Umbau des Finanzdienstleisters schlug in den ersten neun Monaten mit 22,9 Millionen Euro Kosten zu Buche, Swiss Life rechnet im Schlussquartal noch einmal mit Aufwendungen in ähnlicher Größenordnung. Der Umsatz von AWD ging in den ersten drei Quartalen um knapp ein Fünftel auf 382 Millionen Euro zurück.
Mit kräftigen Einschnitten bei den Betriebsausgaben hat sich der Finanz- und Versicherungsmakler MLP
nach kurzer Verlustphase wieder in die schwarzen Zahlen gespart. Der jüngsten Belebung der Nachfrage nach Versicherungspolicen für Altersvorsorge sowie Sach- und Krankenversicherungen traut der Makler dagegen noch nicht. Nach vielen Monaten mit Einbußen bei den Provisionserlösen gebe es zwar erste positive Signale, teilte MLP am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen in Wiesloch bei Heidelberg mit.
"Das Geschäftsumfeld ist und bleibt hochgradig unsicher", sagte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg. Wegen der schwer zu kalkulierenden Nachfrage zum Jahresende sei eine verlässliche Geschäftsprognose auch wenige Wochen vor Jahresende nicht möglich. Im dritten Quartal schrieb MLP - im Gegensatz zu dem zu Swiss Life gehörenden Wettbewerber AWD aus Hannover - zwar wieder Gewinn in Höhe von fünf (Vorjahr: 1,4) Millionen Euro.
manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters
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