Fraglich ist zudem, ob der Plan mit dem Kartellrecht vereinbar ist. Als Faustregel gilt: Werden von der Gemeinschaft der Reeder - wie beim Baltic-Max-Feeder-System vorgesehen - einzelne Schiffe künstlich beschäftigt und mithin dem realen Marktgeschehen zumindest vorübergehend entzogen, so ist dies wettbewerbsrechtlich kritisch. Das haben wohl auch die Initiatoren des Vorhabens eingesehen - das Konzept wird zurzeit überarbeitet.
Eine andere Gemeinschaftslösung ist die Hamburger Containership Association (CSA). Der Zusammenschluss wurde bereits 2001 ins Leben gerufen und im Zuge der aktuellen Marktschwäche reanimiert. Knapp 20 Reeder mit 156 kleinen bis mittelgroßen Containerschiffen bilden die CSA, weniger als 10 Prozent der insgesamt in dieser Größenordnung fahrenden Flotte also.
Das Konzept entspricht dem einer Arbeitslosenversicherung: Die Beteiligten zahlen Beiträge, und sobald eines der CSA-Schiffe die Beschäftigung verliert, erhält es für einige Wochen vom Rest der Gruppe einen finanziellen Zuschuss. Entscheidend: Dem Markt steht der Frachter dann weiter zur Anmietung zur Verfügung - dem Wettbewerbsrecht ist also wohl genüge getan.
"Das läuft und funktioniert", sagt ein Hamburger Reeder im Gespräch mit manager-magazin.de. Fragt sich allerdings wie lange noch. Denn klar ist, auch bei der CSA handelt es sich unterm Strich um ein Zuschussgeschäft - und gerade in der Krise werden die Dreingaben immer voluminöser. So wurden im Zuge der aktuellen Marktentwicklung bereits die Beiträge erhöht. Die Einnahmen reichen aber angesichts der dramatischen Situation auch schon nicht mehr aus - die CSA muss ihre Mitglieder bereits vertrösten und einen Teil der Auszahlungen in die Zukunft verlagern.
Für die Reeder entwickelt sich die Lage zum Wettlauf mit der Zeit. Denn dass die Krise vorübergeht, daran hat im traditionell zyklischen Schiffsmarkt niemand einen Zweifel - die Frage ist nur, wie lange sie noch dauert.
"Zurzeit sind weltweit etwa 550 bis 570 Containerschiffe ohne Beschäftigung", erläutert Schiffseigner Rehder. "Erst wenn diese Zahl wieder zurückgeht, deutet sich das Ende der Krise an." Rehder rechnet frühestens im zweiten Quartal 2010 mit dieser Entwicklung.
Von einem Anstieg der Charterraten kann dann aber noch keine Rede sein. "Die Raten werden erst anziehen, wenn sich abzeichnet, dass die Flotte wieder weitgehend beschäftigt ist, es also kaum noch aufliegende Schiffe gibt", so Rehder. "Ende 2010, Anfang 2011 könnte es dazu kommen."
Vielen Reedereien dürfte die Zeit bis dahin sehr lang werden.
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