Von Henrik Müller
Vor einigen Monaten bekannte Jürgen Stark, der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), dass ihn ein höchst "kompliziertes" Szenario umtreibe. Was passiert, so fragte er bei der diesjährigen Konferenz der EZB-Beobachter in Frankfurt, wenn die Lage bei den Banken weiterhin angespannt bleibt und gleichzeitig die Inflationsgefahren steigen?
In einer solchen Situation stecken die Zentralbanken in einem höchst unangenehmen Dilemma: Einerseits müssten sie eigentlich die Zinsen anheben, um die Inflationsgefahren einzudämmen. Andererseits wären aber weitere Liquiditätsspritzen für die Banken nötig. Wie entscheidet man sich da als Notenbanker - Zinsen anheben und den Zusammenbruch weiterer Banken provozieren? Oder doch lieber die Liquidität im Markt halten und eine Verfestigung der Inflationserwartungen zulassen? Schwerwiegende Fragen - mit weitreichenden Folgen.
Es sieht ganz so aus, als bewege sich die ökonomische Realität auf Jürgen Starks Problemszenario zu - ja, als könnten seine Befürchtungen von der Wirklichkeit noch übertroffen werden. Und, schlimmer noch, die Notenbanken scheinen es geschehen zu lassen.
Die China-Blase
Das größte Schwellenland erlebt einen gigantischen staatlich befeuerten Boom. Steht China vor dem Kollaps? Oder geht der Boom weiter? Lesen Sie mehr zum Thema im manager magazin, Heft 10/2009, ab Seite 96 und diskutieren Sie mit im mm-China-Forum.
Ein übles Déjà-vu: Sieht das nicht alles ähnlich aus, wie zu den Zeiten des höchst ungesunden Booms Mitte der 2000er Jahre?
Es ist höchste Zeit, dass die Notenbanken auf die Bremse treten.
Ich weiß, jetzt kommen die üblichen Einwände: Erstens gebe es gar keine Inflation, sondern die Gefahr sei, im Gegenteil, groß, dass die Welt in eine schlimme Schuldendeflation à la 30er Jahre fällt. Zweitens sei die derzeitige Entwicklung an den Finanzmärkten doch nur positiv - schließlich hätten die Anleger nach Monaten der Panik ihre Risikoscheu überwunden, dies sei keine Blase, sondern eine Normalisierung.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Kein Wunder. Die gleichen Argumente mussten schon 2002/03 herhalten, als die Internetblase geplatzt war und viele Notenbanken für sehr lange Zeit die Märkte mit Cash fluteten.
Beide Argumente sind denn auch nicht stichhaltig.
Sicher, dies zum ersten Einwand, die gemessenen Inflationsraten sind immer noch niedrig. Aber sie sind es vor allem, weil im vorigen Jahr die Rohstoffe noch sehr teuer waren. Der Ölpreis hat sich seither halbiert, auch viele Nahrungsmittel deutlich billiger geworden. Dieser statistische Effekt läuft aber in den kommenden Monaten aus.
Ich sehe das genauso: der große crash kommt bald. Eine Krise, die durch ständige Manipulation der Geldmenge in USA entstanden ist, bekämpft man durch erneute und noch massivere Manipulation der Geldmenge. Und diesen Pfusch wollen [...] mehr...
Zinsen ganz langsam anheben, bevor es zu spät ist! Spannend, ein Großteil der Welt scheint das Ideal des Lebens nur noch in einem mehr, mehr, mehr zu sehen. Mehr Wachstum, mehr Produktion, mehr, Konsum, mehr Gier, mehr CO2, mehr [...] mehr...
Ihr Artikel trifft es einmal wieder genau auf den Punkt. Die Notenbanken werden die Zahnpasta nicht wieder in die Tube zurückbekommen. Es wird weiter eine Schuldenwirtschaft durchgebracht, die am Boden liegen sollte durch [...] mehr...
[haben wir jetzt auch die neue Prozentrechnung neben der neuen Rechtschreibung ? mehr...
Hinsichtlich des Goldes leider falsch. Feinunze Krügerand per Juli 09: VK € 710.- VK per Oktober o9 (heute) € 760.--. Das entspricht einem Wertzuwachs von 35% in 3 Monaten. mehr...
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