Freitag, 10. Februar 2012, 03:31 Uhr

manager magazin



29.09.2009
 

Japan

Angst vor dauerhaftem Preisverfall

Die Verbraucherpreise in Japan sind im August stark gesunken - vor allem wegen des niedrigeren Ölpreises. Experten befürchten dennoch, dass der Preisverfall auf Grund der schwachen Binnennachfrage andauern wird.

Tokio - Verglichen mit dem Vorjahr verbilligten sich die Lebenshaltungskosten in Japan mit 2,4 Prozent so stark wie nie, wie die Regierung in Tokio am Dienstag bekanntgab. Der deutlich gesunkene Ölpreis drückt auf die Preise, dazu kommt die schwache Nachfrage aus dem Inland. Während der Ölpreiseffekt vermutlich im September ausläuft, dürfte die Zurückhaltung der Verbraucher die Preise zunehmend nach unten drücken.

Abwärtsspirale in Japan: "Wenn ein Einzelhändler die Preise senkt, müssen die anderen nachziehen"
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AP

Abwärtsspirale in Japan: "Wenn ein Einzelhändler die Preise senkt, müssen die anderen nachziehen"

"Die Gefahr ist, dass die Deflation länger anhält als erwartet", sagte Susumo Kato, Chefvolkswirt bei Calyon Securities. Das dürfte die japanische Notenbank mehrere Jahre lang von Zinserhöhungen abhalten.

In der Kern-Kernrate, bei der Lebensmittel- und Energiepreise herausgerechnet werden, gaben die Lebenshaltungskosten 0,9 Prozent nach. Für die Region Tokio liegen bereits die Daten für September vor; hier sanken die Preise auf dieser Basis sogar um 1,4 Prozent. "Wenn ein Einzelhändler die Preise senkt, müssen die anderen nachziehen, weil sie sonst nichts mehr verkaufen", sagte Yoshimasa Maruyama vom Handelskonzern Itochu. Zwar löse der Preisverfall keinen Einbruch beim Konsum aus, aber er drücke auf die Gewinne der Unternehmen.

Die meisten Volkswirte erwarten nicht, dass sich der Preisverfall deutlich verschärft, während die Wirtschaft nach der tiefsten Rezession langsam an Fahrt gewinnt. Jedoch dürfte die Deflation noch Jahre andauern: Frühestens im Herbstquartal 2011 sei damit zu rechnen, dass die Preise wieder steigen, sagte Kyohei Morita von Barclays Capital.

Die Bank von Japan sagt derzeit bis März 2011 fallende Preise voraus. Sie dürfte diese Vorhersage um ein Jahr verlängern, wenn sie Ende Oktober ihre nächsten Prognosen vorlegt. Das allein bewegt zwar die Bank nach Einschätzung von Experten wohl nicht dazu, ihre Geldpolitik noch stärker zu lockern. Allerdings rückt ein Ausstieg in weite Ferne. Die Leitzinsen in Japan liegen derzeit nahe Null.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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