Donnerstag, 9. Februar 2012, 23:03 Uhr

manager magazin



11.09.2009
 

Europäische Zentralbank

EZB droht Staatschefs mit höheren Zinsen

Weil sich Europas Regierungen nicht festlegen, in welchem Zeitraum sie ihre Staatshaushalte ins Lot bringen wollen, macht jetzt die Europäische Zentralbank Druck. Je länger die Euro-Regierungschefs dafür bräuchten, desto eher werde die Notenbank anstelle der Politiker gegensteuern - notfalls mit Zinserhöhungen.

Rom - Die Europäische Zentralbank wird ihren rekordniedrigen Leitzins nach Ansicht führender Notenbanker erhöhen müssen, bevor der Teuerungsdruck nach dem Ende der Krise wieder steigt. Je länger die europäischen Regierungen bräuchten, ihre milliardenschwere Konjunkturunterstützung zurückzufahren, desto eher müsse die Zentralbank gegensteuern, sagte das italienische Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi am Freitag.

Will solidere Haushalte: Europas Zentralbank warnt vor Verschuldungsfolgen
Zur Großansicht
AP

Will solidere Haushalte: Europas Zentralbank warnt vor Verschuldungsfolgen

"Die EZB muss Preisrisiken durch Zinserhöhungen schon begegnen, bevor die Inflation zu wirken beginnt. Um es nochmals klar zu sagen, die Phase der Erhöhungen kann nicht warten, bis die Inflation anzieht." Nach Einschätzung von Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo ist offen, ob die EZB zuerst an der Zinsschraube drehen oder die bereitgestellte Liquidität für die angeschlagenen Banken wieder zurücknehmen werde. "Meine Antwort auf diese Frage ist, dass alle Optionen offen sind", sagte der Spanier in Malaga.

Viele Maßnahmen der EZB gegen die Krise laufen demnach nach einer gewissen Zeit von alleine aus. Zudem würden andere mit der Zeit überflüssig und von Markt nicht mehr nachgefragt, sagte Gonzalez-Paramo mit Blick auf die jüngste Devisenoperation der EZB, bei der keine einzige Bank die im Auftrag der US-Notenbank bereitgestellten Dollars abgerufen habe. "Etwas ähnliches kann auch mit vielen anderen (solchen Operationen) passieren", sagte er.

Die EZB hatte vergangene Woche ihren Leitzins bei einem Prozent belassen und wird ihn aller Wahrscheinlichkeit nach noch eine ganze Weile nicht erhöhen.

Allerdings betonten zuletzt immer mehr Mitglieder des EZB-Rats, dass man sich frühzeitig Gedanken über einen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes machen müsse. Dabei steht der richtige Zeitpunkt im Mittelpunkt der Diskussionen. Denn erhöht die EZB den Leitzins zu früh, gefährdet sie eventuell einen beginnenden Aufschwung. Zögert sie zu lange, legt sie wahrscheinlich den Grundstein für höhere Inflationsraten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben