Hamburg - Gute Nachrichten für die Wirtschaft in der Euro-Zone: Der entsprechende Einkaufsmanagerindex signalisiert laut Volkswirten ein baldiges Ende der Rezession und eine Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Das berichtet das britische Forschungsinstitut Markit. In der Euro-Zone hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im August den sechsten Monat in Folge aufgehellt. Der Gesamtindex ist von 47,0 Punkten im Vormonat auf 50,0 Punkte gestiegen, teilte das Forschungsunternehmen Markit am Freitag in London mit. Viele Volkswirte hatten nicht mit so einer deutlichen Verbesserung gerechnet.
Laut Markit signalisieren die Daten eine "breite Stabilisierung" im privaten Sektor der Euro-Zone. Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft der Euro-Zone noch um 0,2 Prozent abgerutscht. "Unserer ersten Veröffentlichung zufolge hat sich die Privatwirtschaft der Euro-Zone nach dem beispiellosen Absturz in rekordverdächtigem Tempo gefangen, was im dritten Quartal 2009 wieder Wachstum verspricht", sagte Markit-Chefvolkswirt Rob Dobson.
In den beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone, in Deutschland und Frankreich, stieg sowohl der Indikator für das verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor stärker als erwartet. Während in der Bundesrepublik der Indikator für den Dienstleistungssektor in den Expansionsbereich über der Marke von 50 Punkten stieg, war es in Frankreich der Indikator für das verarbeitende Gewerbe.
"Unsere August-Daten zeigen, dass es in der deutschen Industrie und im Servicesektor wieder rasant bergauf geht", sagte Tim Moore, Ökonom bei Markit. Mit der stärksten Wachstumsrate seit 15 Monaten habe sich die deutsche Wirtschaft von dem heftigen Einbruch deutlich erholt, "ermutigend sind das hohe Exportorderplus und die weitere Aufhellung der Geschäftsaussichten im Servicesektor".
"Ich bin fast sprachlos. Wir haben einen phänomenalen Anstieg in den vergangenen beiden Monaten erlebt. Es war eine richtige Rally, die Indikatoren haben um acht oder neun Punkte zulegen können. Das unterstreicht die Hoffnung, das wir ein ziemlich gutes drittes Quartal erleben werden", sagte Deka-Bank-Analyst Andreas Scheuerle. Mit seiner Einschätzung steht er nicht allein.
Die Konjunkturdaten hatten sogar Einfluss auf das Anlageverhalten internationaler Investoren auf dem hiesigen Anleihenmarkt: Die Notierungen gerieten deutlich unter Druck. Der für den Markt richtungweisende Euro-Bund-Future sank bis zum Mittag um 0,12 Prozent auf 122,37 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,269 Prozent. Auch der Aktienmarkt reagierte: Der deutsche Aktienleitindex Dax
legte nach Bekanntgabe der Daten deutlich zu.
"Die neuen Umfragewerte sind ein sehr, sehr gutes Zeichen für die Euro-Zone. Wir dürfen auf jedem Fall mit Wachstum im dritten und vierten Quartal rechnen. Besonders positiv überrascht hat uns der deutsche Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor", sagt DZ-Bank-Experte Philipp Jäger.
manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters
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