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18.06.2009
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Porsche in Not

Freitag, der 19.

Von Christoph Rottwilm

4. Teil: "So ein Risiko geht kaum eine Bank ein"

Analyst Breitsprecher glaubt nicht daran. "So ein Risiko wäre kaum eine Bank eingegangen", sagt er. Sollte es nämlich das Geflecht aus Calls und Puts zwischen Porsche und den Banken tatsächlich geben, so Breitsprecher, dann dürften die Put- und Call-Kontrakte vielmehr mit identischen Laufzeitregelungen ausgestattet sein. Schließlich würden die Puts den Banken als Absicherung für die Aktien dienen - würden sie vorzeitig enden, so wäre diese Sicherung ad absurdum geführt.

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Breitsprecher hat eine andere Theorie. Er geht von drei Annahmen aus. Erstens: Porsche und die Banken haben für die Put- und Call-Optionen Kontrakte mit gleichen Konditionen insbesondere in Bezug auf die Laufzeit geschlossen. Zweitens: Es gibt einen Termin vor Ablauf der eigentlichen Laufzeit, zu dem Porsche den Banken sagen muss, ob es ihnen die Aktien abkauft oder nicht. Drittens: Es besteht die Möglichkeit, die Optionen laufend zu verlängern, sofern die Banken und Porsche sich darauf einigen - und damit kein fester Verfallstag wie etwa der 19. Juni.

Dieses Szenario würde für Porsche allerdings einige Risiken bergen. Denn sobald das Unternehmen signalisiert, dass die Calls nicht mehr genutzt werden, könnten die Banken beginnen, die darunterliegenden VW-Aktien zu verkaufen. Der Kurs geriete unter Druck, was für Porsche zu den genannten Verlusten in Milliardenhöhe führen könnte.

Breitsprecher erwartet indes nicht, dass es so weit kommt. "Mit Assets von insgesamt rund 15 bis 17 Milliarden Euro - acht Milliarden für die Beteiligung an VW und neun Milliarden für das Porsche-Kerngeschäft - und einer Nettoschuld von rund neun Milliarden ist Porsche im Grunde kerngesund", sagt er. "Keine Bank hat ein Interesse daran, Porsche pleitegehen zu lassen." Der Experte rechnet daher damit, dass die Banken dem Autobauer eine Schonfrist gewähren - bis beispielsweise frisches Geld aus dem arabischen Raum ins Ländle fließt und klar ist, ob die ganze Situation über einen Merger mit Volkswagen entschärft werden kann.

Also alles kein Problem für Porsche? Was passiert dann aber wirklich am morgigen Freitag? "Mit dem VW-Kurs zunächst einmal vermutlich nichts Besonderes", sagt Daniel Schwarz, Analyst bei der Commerzbank. Die Begründung: Das Gros der Puts, die auslaufen, lautet auf einen Ausübungspreis von 130 bis 160 Euro. Der Kurs der VW-Stammaktie hält sich aber seit Monaten oberhalb von 200 Euro. "In nächster Zeit, nachdem Porsche auf die Call-Optionen verzichtet hat, wird er aber deutlich sinken", meint Schwarz allerdings.

Ist Freitag, der 19. Juni, für Porsche also ein Tag wie jeder andere? Nicht ganz. Denn spätestens an diesem Tag will das Unternehmen einen Zwischenbericht über die ersten zehn Monate des Geschäftsjahres abliefern. Neben dem Thema Volkswagen und der Finanzlage wird es darin um den Kfz-Markt, um Absatzzahlen und Arbeitsplätze gehen - schließlich baut Porsche auch Autos.

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