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15.06.2009
 

Rentensystem

"Der Scherbenhaufen"

Von Arne Gottschalck

Die europäischen Rentensysteme sind ein Scherbenhaufen, sagt David Foot, Professor an der Universität Toronto. Und das liegt vor allem am kurzfristigen Denken von Unternehmern und Politikern.

mm.de: Die westlichen Gesellschaften bilden immer mehr einen Pilz als eine Pyramide - demografisch gesprochen. Haben Politiker das überhaupt erkannt?

Buchautor und Querdenker: David K. Foot ist Professor an der Universität von Toronto. Er beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Demografie und Wirtschaft.
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D'Arcy Glionna

Buchautor und Querdenker: David K. Foot ist Professor an der Universität von Toronto. Er beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Demografie und Wirtschaft.

Foot: Nein, das erkennen sie nicht, ein weltweites Phänomen. Politiker sind kurzfristig orientiert. Sie haben ein Jahr, um sich zu etablieren, zwei Jahre um tatsächlich zu arbeiten und eins, um die eigene Wiederwahl zu betreiben. In so einer kurzen Zeit tut sich demografisch nicht viel. Und dementsprechend ist der Druck nicht da, etwas zu ändern.

mm.de: Aber es gibt doch einen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsstruktur und Wirtschaftswachstum.

Foot: Oh ja. Zwei Drittel davon sind vom Bevölkerungswachstum geprägt und davon wiederum zwei Drittel von der Altersstruktur. Einfacher gesagt, sind viele junge Menschen beschäftigt, ist das Wirtschaftswachstum einer Nation hoch.

mm.de: Das heißt aber auch, dass China in einigen Jahrzehnten Probleme hat?

Foot: Ja, Chinas Einkind-Politik wird die Bevölkerungsstruktur verändern. Aktuell werden in China pro Frau 1,6 Kinder geboren, das ist zu wenig. Das gleiche Bild ergibt sich aber auch in Italien oder Osteuropa. Dort übrigens wegen des harten Kapitalismus.

mm.de: Von was für Zeiträumen reden wir überhaupt?

Foot: Nehmen wir die Babyboomer in den USA, das sind die Jahrgänge '46 bis '64. In Europa sind es ungefähr jene von '55 bis '70. Darauf addieren Sie 20 Jahre, dann ist diese Kohorte rechnerisch in Lohn und Brot. Das ist gut fürs Wachstum. Nach weiteren 40 Jahren geht sie in Rente und lastet auf dem Wachstum.

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