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manager magazin



26.04.2009
 

Drohende Inflation

Opec fordert höhere Ölpreise

Schon 2008 sorgten explodierende Rohstoffkosten für starke Geldentwertung. Jetzt fordern die Erdölförderer von der Opec erneut deutlich höhere Ölpreise. Ohnehin wird die expansive Geldpolitik der Notenbanken Experten zufolge über kurz oder lang die Verbraucherpreise steigen lassen.

Hamburg - Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) drängt auf einen deutlich höheren Ölpreis. Um kostendeckend zu arbeiten, reiche ein Preis von 50 US-Dollar pro Barrel nicht aus, sagte Opec-Generalsekretär Abdalla el Badri am Sonntag vor Journalisten in der algerischen Hauptstadt Algier. Erst ab einem Preis von mehr als 70 US-US-Dollar pro Barrel sei ein "angemessener und akzeptabler" Erlös erreicht.

Noch einen oben drauf: Wird der Ölpreis wieder steigen?
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Corbis

Noch einen oben drauf: Wird der Ölpreis wieder steigen?

Der Preis für ein Barrel der Referenzsorte Light Sweet Crude lag am Freitag in New York bei knapp 52 US-Dollar. Im vergangenen Sommer hatte der Ölpreis noch ein Allzeithoch von fast 150 US-Dollar erreicht. Die weltweite Wirtschaftskrise ließ ihn jedoch wieder weit nach unten stürzen.

Werden steigende Rohstoffpreise künftig wieder das allgemeine Preisniveau in die Höhe treiben? Ohnehin spricht einiges für künftig höhere Inflationsraten. Beim Hamburger Wirtschaftsforschungsinstitut HWWI etwa erwartet man mittelfristig eine hohe Inflation in Deutschland. "Die Preise werden sich in diesem Jahr allenfalls für kurze Zeit leicht nach unten bewegen. Für die Jahre nach 2010 wird heute aber die Saat ausgesät, die zu höheren Inflationsraten führen wird. Ich rechne mittelfristig mit Inflationsraten von deutlich über 5 Prozent", sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). "Historisch betrachtet waren Phasen hoher Arbeitslosenraten immer auch Phasen steigender Löhne und Preise."

Straubhaar zeigt sich überzeugt, dass die wirtschaftliche Talsohle in diesem Jahr durchschritten wird. "2010 wird dann eine Art Übergangsjahr mit positiven, wenn auch noch bescheidenen Wachstumsraten und ab 2011 wird sich die wirtschaftliche Entwicklung sehr schnell wieder nach oben bewegen", sagte der HWWI-Chef. Die USA würden schon bald wieder zur Konjunkturlokomotive: "Dort dürften die Konjunkturpakete und die expansive Geldpolitik schon im nächsten Jahr Wirkung zeigen. Und das wird sich auch positiv auf Europa auswirken."

Es gibt aber auch Gegenstimmen. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger etwa befürchtet eine lange Deflation. "Ich rechne für längere Zeit mit einer deflationären Grundtendenz in Deutschland", sagte Bofinger. "Die deutlich steigende Arbeitslosigkeit wird nun bald zu rückläufigen Löhnen führen." Weil die Löhne der wichtigste Einflussfaktor für die Preisentwicklung seien, werde es zu deutlich sinkenden Preisen kommen. Was die wirtschaftlichen Perspektiven angeht, äußerte sich Bofinger deutlich skeptischer als Straubhaar: Er sei überzeugt, "dass wir diese ungünstige wirtschaftliche Entwicklung nicht nur 2009 und 2010 haben werden sondern dass die Stagnation bis 2013 andauern kann"

manager-magazin.de mit Material von dpa und dow jones

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