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15.05.2009
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Ludwig von Mises

Der nicht mit den Wölfen heulte

Von Arne Stuhr

3. Teil: "Ihr seid nichts als ein Haufen Sozialisten"

Sein eigenes Glück fand von Mises dann zwar in den USA, wo er bis zu seinem Tod lehrte und lebte, blieb aber stets ein Außenseiter. "Mises hat nie mit den Wölfen geheult, hat auch nie versucht, sich an die Spitze der Meute zu setzen, um sie auf vermeintlich bessere Wege zu lenken", so sein Biograf Hülsmann. Er habe also "dem Konformismus keinerlei Tribut gezollt" und "immer die vorherrschenden Denkfehler angegriffen".

Dabei beließ er es aber nicht bei "prokapitalistischen Gegenstücken" (Hülsmann) zu Karl Marx, sondern machte auch vor den Kollegen aus dem gleichen ideologischen Lager keinen Halt. "Ihr seid nichts als ein Haufen Sozialisten", soll von Mises einst auf einer Tagung der liberalen Mont-Pèlerin-Gesellschaft, zu deren Mitgliedern neben Hayek zum Beispiel auch Milton Friedman und Walter Eucken gehörten, den Anwesenden zugerufen haben, bevor er wutschnaubend den Raum verließ. Euckens Ordoliberalismus sowie die Versuche Röpkes und Walter Lippmanns, dem Interventionsstaat einen festen Platz im liberalen Gedankengebäude zu verschaffen, hielt Mises laut Jörg Guido Hülsmann "für völlig verfehlt".

Und wem würde der Mises-Kenner in Zeiten von Bad Banks und Enteignungsgesetz die Lektüre des Großdenkers der Österreichischen Schule empfehlen? "Ich habe nicht den Eindruck, dass auch nur ein einziger führender deutscher Manager oder Politiker mit den Ideen von Mises vertraut ist. Also würde ich allen gleichermaßen eine solche Empfehlung geben", so der seinem wissenschaftlichen Vorbild an Schärfe in nichts nachstehende Hülsmann. Denn nicht nur "staatlicher Aktivismus", sondern auch die "währungspolitische Planwirtschaft durch die Zentralbanken" sei "zum Scheitern verurteilt". Dieser Bereich müsse "den kalten Klauen des Staates" entrissen, und "die Währung zu einem Teil der privaten Wirtschaft" gemacht werden.

Starker Tobak, aber auch Nobelpreisträger Hayek sagte einst über Mises' 1912 erschienene "Theorie des Geldes", dass der Welt vieles erspart geblieben wäre, wenn - der aktuell ja wieder gefeierte - John Maynard Keynes sie gründlicher gelesen hätte.

Ob das so stimmt, mag dahingestellt sein. Vielleicht kann man sich aber auf das einigen, was Michael Zöller, Professor für politische Soziologie in Bayreuth, jüngst über Jesús Huerta de Sotos Buch "The Austrian School" geschrieben hat: "Ein stärkerer österreichischer Akzent würde die wissenschaftliche und die ordnungspolitische Diskussion beleben."

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