Kolumnenmanager magazin RSS  - Kolumnen


27.03.2009
Twitter GooglePlus Facebook

Bulthaupt-Kolumne

Krisengeld ist kein Inflationstreiber

Von Frank Bulthaupt

2. Teil: Der Tag danach

Der Tag danach

Für eine Überversorgung mit Liquidität als Folge der aktiven Geldpolitik gibt es keine Hinweise. Stattdessen geben insbesondere größere Unternehmen in allen Umfragen an, dass es schwieriger geworden ist, Kredite zu erhalten. Kreditinstitute verlangen höhere Sicherheiten oder höhere Zinsen oder ziehen sich aus einigen Branchen ganz zurück. Ein Blick auf die stotternde Außenhandelsfinanzierung spricht Bände.

Steigender Liquiditätsbedarf: Das zusätzliche Geld kommt nur zu geringen Teilen bei Unternehmen und privaten Haushalten an
Zur Großansicht
Corbis

Steigender Liquiditätsbedarf: Das zusätzliche Geld kommt nur zu geringen Teilen bei Unternehmen und privaten Haushalten an

Unter dem Strich resultiert aus der ursprünglichen Schwemme mit Zentralbankgeld keine überschüssige Liquidität, die die Preisstabilität in Gefahr bringen könnte. Kurz: Mehr Geldscheine in der Not führen die Preisstabilität nicht in den Tod.

Was geschieht am Tag danach, wenn die Krise vorüber ist und die Marktteilnehmer ihren Liquiditätsbedarf nach unten anpassen? Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Märkte tatsächlich mit Liquidität überflutet werden.

In einem Szenario mit einer passiven Zentralbank würden von dieser überschüssigen Liquidität Inflationsgefahren ausgehen. Ein Nachfrageanstieg auf den Gütermärkten, eine anziehende Kapazitätsauslastung, eine Ausweitung der Margen sowie eine Erhöhung der Stückkosten würden die Güterpreise über einen Zeitraum von mehreren Jahren nach und nach aufwärtstreiben.

Allerdings gibt es keine Anhaltspunkte, dass die EZB jemals eine solche Entwicklung als passiver Beobachter zur Kenntnis nehmen wird. So wie Unternehmer die Produktion drosseln, wenn der Markt überversorgt ist, wird die EZB bei den ersten Frühindikatoren einer anziehenden Inflation ihre stabilitätsorientierte Politik anpassen.

Die in Pension genommenen Wertpapiere werden den Banken zurückverkauft und so überschüssige Liquidität wieder eingesammelt. Leitzinsen werden merklich erhöht und die Gefahr einer ungewünschten Ausweitung der Kreditvergabe eingedämmt. Und damit hätte sie erst einen Teil ihrer liquiditätsabschöpfenden und kreditbegrenzenden Instrumente genutzt. Krisengeld einer aktiven Zentralbank ist kein Embryo der Inflation.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Geldanlage
Hände weg von Griechenland-Anleihen
Euro-Krise
Der Gummibandeffekt
Euro-Krise
Schuldenbremse statt Wirtschaftswachstum
Inkubatoren 2.0
Die Rundum-Sorglos-Brutkästen

© manager magazin online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken