Donnerstag, 9. Februar 2012, 22:22 Uhr

manager magazin



06.03.2009
 

Immobilienkrise

Immer mehr US-Hausbesitzer geben auf

Immer mehr Hausbesitzer in den USA können ihre Hypothek nicht mehr bezahlen. Acht Millionen Amerikaner haben mehr Schulden auf ihrem Haus als es wert ist. Die Zwangsvollstreckungen steigen auf Rekordniveau. Das ist gefährlich: Denn so lange die Immobilienkrise anhält, werden die USA der Rezession nicht entrinnen können.

Washington - Die Zahl der amerikanischen Hausbesitzer, die ihren Hypothekenzahlungen nicht mehr nachkommen können, hat eine neue Rekordhöhe erreicht. 3,3 Prozent aller Hausbesitzer, die eine Hypothek abzahlen müssen, befanden sich nach Angaben des US-Verbands der Hypothekenbanken (MBA) in Washington im Dezember 2008 im Prozess der Zwangsvollstreckung. Das bedeute eine Steigerung von 128 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2007 und eine Rekordzahl seit der Einführung der MBA-Statistik 1972.

Unter den Hammer: Immer mehr US-Bürger können ihre Hypothek nicht mehr bezahlen
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REUTERS

Unter den Hammer: Immer mehr US-Bürger können ihre Hypothek nicht mehr bezahlen

Insgesamt ist die Zahl der notleidenden Hauskredite in den USA weiter gestiegen. Im vierten Quartal 2008 waren 11 Prozent aller Immobilienkredite entweder in Zahlungsverzug oder es drohe eine Zwangsversteigerung, hatte der US-amerikanische TV-Sender CNN gemeldet.

Die Preise der US-Immobilien waren den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um durchschnittlich 20 Prozent gefallen. Etwa acht Millionen Hausbesitzer in den USA haben demnach höhere Schulden auf ihr Haus als es derzeit noch Wert hat.

Dean Baker, Ökonom und Co-Direktor des Center for Economic and Policy Research in Washington, erklärte unlängst im Interview mit manager-magazin.de, durch die Wertminderung ihrer Immobilien müssten sich die Hausbesitzer in den USA darauf einstellen, "dass sie Vermögen in der Größenordnung von acht Billionen Dollar verlieren".

Während bisher vor allem die Bundesstaaten Kalifornien, Florida, Nevada, Arizona und Michigan von der Immobilienkrise betroffen gewesen seien, gebe es nun auch zunehmend mehr Zwangsvollstreckungen in den Staaten Louisiana, New York, Georgia, Texas and Mississippi.

Präsident Barack Obama hatte am Mittwoch ein Programm in Höhe von 75 Milliarden Dollar (60 Milliarden Euro) aufgelegt, das Hausbesitzern helfen soll, die von einer Zwangsvollstreckung bedroht sind. Das Programm soll US-Bürgern eine Neufinanzierung ihrer Hypothek ermöglichen, bei der sie niedrigere monatliche Zinsleistungen zu bezahlen haben.

Obama hatte mehrfach betont, dass ein Erfolg im Kampf gegen die Rezession davon abhängen werde, wie es gelinge, die Immobilienkrise in den Griff zu bekommen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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