Donnerstag, 9. Februar 2012, 15:21 Uhr

manager magazin



17.03.2009
 

Soziale Investments

Gutes Geld, Glaube, Gewissen

Von Jan Thomas Otte

5. Teil: Der Business Case: SRI in der Praxis

Vom neuen US-Präsident Barack Obama erwartet Fishman schärfere Kontrollen vom Staat, vor allem bei den Heuschrecken (group raider). Das locke auch mehr institutionelle Investoren wie Hermes, die als verlässlichere Partner am Markt gelten und, mit der Rückendeckung ihrer Klienten, eher die gute Sache unterstützen.

  Jan Thomas Otte , Princeton University. Für ein Buch forscht der deutsche Autor in Princeton an den Zusammenhängen von Gott und Geld und dem, was Manager an der Wall Street davon mitnehmen können. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten versteht sich der studierte Theologe und BWL-Quereinsteiger als Management-Mutmacher und kühner Brückenbauer zwischen Kirchen und Konzernen.
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Jan Thomas Otte, Princeton University. Für ein Buch forscht der deutsche Autor in Princeton an den Zusammenhängen von Gott und Geld und dem, was Manager an der Wall Street davon mitnehmen können. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten versteht sich der studierte Theologe und BWL-Quereinsteiger als Management-Mutmacher und kühner Brückenbauer zwischen Kirchen und Konzernen.

Ob Stiftungen wie Rockefeller oder Versicherungen der Kirche. Institutionelle Anleger führen die Ranglisten von SRI ganz oben an. Henrik Syse ist extra aus Norwegen angereist. Er und andere wollen zeigen, dass SRI funktioniert. Mehrere Jahre hat er in der Corporate Governance von Banken und Ölkonzern gearbeitet. Warum ist das für deren Politik so attraktiv? Syse spricht lieber von "ganzheitlichen Geschäften", als sich in der Praxis vieler Konzerne täglich übers Scheitern zu ärgern.

Ob Umwelt oder Soziales, mindestens der Zehnte gehöre langfristig ins SRI-Portfolio, wiederholt der norwegische Banker die beiden Professoren. Dieses Signal der Anteilseigner könnte Manager Mut machen, sich ethischer zu verhalten. Unkenrufe gegenüber Investmentbankern wären dann Schnee von gestern. Anleger und Management wüssten voneinander, könnten sich über Marktchancen wie im Beispiel Hermes konstruktiv unterhalten. Wenn SRI funktioniert, bringt das gutes Geld für viele Menschen. Klingt plausibel, fragt sich nur, wann dann der Markt wieder gesättigt ist. Mehr als gutes Geld für geschundene Portfolios repariert SRI aber verlorene Fundamentalwerte, das Vertrauen beim Anleger.

Der Business Case: SRI in der Praxis

Alex Salzmann, Absolvent der Princeton University, hat sich im New Yorker Finanzgeschäft selbständig gemacht: "Viscap" ist der Name seines Start-Ups. Im Januar gestartet, ist Salzmann einer von unzähligen, aber weitgehend unbekannten SRI-Fonds. Mit einer Performance von durchschnittlich 18 Prozent in 2008, der Finanzkrise zum Trotz, stehen SRI-Fonds gar nicht so schlecht da. James Giffords UN-Manschaft in New York appelliert an die Spielregeln, das Social Investment Forum in Washington D.C überprüft das Einhalten ethischer Werte. (www.socialinvest.org)

In einem sozialen Rating werden dort die betreffenden Firmen einem Screening unterzogen, dabei geht es nicht nur ums Einhalten der Menschenrechte in Fern-Ost. Hat der Fonds mit Industrien in Sachen Alkohol, Tabak, Glückspielen, Waffen oder Tierversuchen zu tun? Schlecht. Wird in das Wohl von Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeitern investiert? Umso besser. Zurück in New York bestimmt die Wall Street weiterhin die Marktwerte.

"Viscap" hat alle drei Härteteste überstanden. 40 Millionen US-Dollar will Salzmann bis Mitte 2010 damit einwerben. 2011 sollen es schon über einhundert im Töpfchen sein, Private Equity und Funds-of-Funds, sagt der Jungunternehmer. Sein eigentliches Ziel? 400 Millionen US-Dollar. Institutionen, Versicherungen und Stiftungen hätten ihm schon zugesagt. Salzmanns Versprechen: "Nur in saubere Energie investieren". Damit springt er auf den Öko-Zug auf, der jetzt in den USA nach dem Crash der großen Automobilkonzerne richtig ins Rollen kommt.

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