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manager magazin



24.02.2009
 

US-Finanzplätze

Schweizer Bankiers kritisieren "sumpfige Verhältnisse"

Aus aller Welt hagelt es derzeit Kritik am Schweizer Bankgeheimnis. Nun wehren sich die Privatbankiers des Landes und greifen die Steueroasen in Großbritannien und den USA an. Die Eidgenossen fürchten einen Einbruch des Finanzsektors um die Hälfte, wenn das Bankgeheimnis fallen sollte.

Sankt Gallen/Genf - Die Vereinigung Schweizer Privatbankiers hat die Kritik der USA, Großbritanniens und anderer EU-Staaten am Schweizer Bankgeheimnis scharf zurückgewiesen. Großbritannien verheimliche "die eigenen Trusts auf den britischen Kanal- und Karibikinseln", erklärte Verbandspräsident Konrad Hummler am Dienstag. Die USA forderte er auf, zuerst die "sumpfigen Verhältnisse der amerikanischen Finanzplätze Delaware und Florida" auszutrocknen. Das Schweizer Bankgeheimnis und Steuerfragen müssten zur Debatte gestellt werden, räumte Hummler ein. Es sei jedoch "brandgefährlich, dies übermäßig zu moralisieren".

Bankgeheimnis in der Kritik: "Brandgefährlich", die Debatte übermäßig zu moralisieren
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Corbis

Bankgeheimnis in der Kritik: "Brandgefährlich", die Debatte übermäßig zu moralisieren

Der Präsident des Verbandes Finanzplatz Genf, Ivan Pictet, fürchtet angesichts der Diskussion um das Bankgeheimnis um die Bedeutung seiner Branche. Der Bankensektor könne bei einem Wegfall der Regel um die Hälfte schrumpfen, sagte er der Zeitung "Le Temps" von Dienstag. "Der Finanzsektor würde dann nicht mehr 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sondern nur noch 6 bis 7 Prozent ausmachen."

In Gefahr sieht er die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug: Bei ersterer gilt das Bankgeheimnis, bei letzterem nicht. Sollte die Unterscheidung verschwinden, hätten die Schweizer Banken nichts mehr anzubieten. Um den Kunden anzuziehen, "müssen wir ihm etwas bieten, was er bei sich nicht bekommt", sagte der Privatbankier.

Die Schweiz streitet derzeit mit den USA über das Bankgeheimnis: Die US-Steuerbehörde IRS fordert von der Großbank UBS Chart zeigen die Herausgabe der Daten von 52.000 Kunden, die mit Hilfe der Bank Steuern hinterzogen haben sollen. Zuvor hatte die UBS bereits eingewilligt, wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Steuerhinterziehung umgerechnet knapp 620 Millionen Euro an die US-Behörden zu zahlen. Zudem nannte sie die Namen von 250 bis 300 US-Kunden.

Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G 20) wollen auf ihrem Gipfel Anfang April in London über die Austrocknung von Steueroasen beraten. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte mehrmals scharfe Kritik an der Schweiz geübt.

manager-magazin.de mit Material von afp

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