Als Erster nutzte Deutsche-Bank-Chef und Mitkonstrukteur Josef Ackermann den Rettungsschirm für sich - indem er in deftigen Worten verkündete, nicht darauf zurückgreifen zu wollen. Über die wütenden Reaktionen von Finanzminister Peer Steinbrück und Kollegen dürfte er zumindest ein wenig geschmunzelt haben. Ackermann hatte nach eigener Einschätzung schlicht das Beste aus der Runde im Kanzleramt für sich herausgeholt. Fortan galt die Deutsche Bank als relativ gesund.
"So ein öffentlichkeitswirksamer Vorstoß fällt nicht schwer, wenn man sein Stellenstreichungsprogramm bereits durchgezogen hat", heißt es bei einem anderen Dax-Unternehmen mit Blick auf die Sparmaßnahmen beim Münchener Technologiekonzern
, in dessen Rahmen 16.000 Stellen wegfallen. Dabei könnten die anderen Großunternehmen Löscher durchaus auch ein bisschen dankbar sein - immerhin führte das gemeinsame Bekenntnis dazu, dass die Bundesregierung ihre Zahlungen für Kurzarbeit im Gegenzug deutlich aufstockte.
Trotzdem sehen auch manche Dax-Konzerne die von der Politik durchaus gewünschte Nähe skeptisch. "Mittel- und langfristig sind solche Treffen keine Hilfe", heißt es bei einem Unternehmen, das in der Jobrunde beim Arbeitsminister nicht vertreten war. Für das Geschäft seien andere Meetings wichtiger. Aber es sei nicht ganz einfach, sich zu entziehen.
Auch die Konjunkturpakete lesen sich in Teilen wie eine Synopse der Wunschlisten der großen Unternehmen und Parteien. Infrastrukturinvestitionen für die Bauwirtschaft, Abwrackprämie und Kfz-Steuerreform für die Autoindustrie, Geldzahlungen für die Konsumbranche. Roter Faden ist es, zu retten was zu retten ist, und zwar vor allem bei den betroffenen Konzernen und in den traditionsreichen Branchen. Neue Akteure, die in der Krise ihre Chance wittern, haben das Nachsehen, weil es das Bestehende zu erhalten gilt.
Die Initiative des Solarunternehmers Frank Asbeck, die General-Motors-Tochter Opel zum Nulltarif zu übernehmen, galt vollkommen zu Recht als PR-Gag. Allerdings könnte auch ein PR-Gag wenigstens zum Nachdenken in neue Richtungen animieren, wenn es gilt, Milliarden zu verteilen. Zwingen kann man allerdings niemanden zu etwas mehr Mut und Fantasie - schon gar nicht offenbar die großen Krisenmanager des Landes.
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